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Infosammlung Katzenfutter
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GypsiesLady

Frustrierte Katzentante

Dabei seit: 01.01.1970
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Wohnort: Dortmund Katzen: 4 Notfallkatzen Katzenrasse: 3 Siammixe 1 EKH
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| Infosammlung Katzenfutter |
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Ich dachte mir mal so in meinem blonden Schädel, mal einige allgemeine Infotexte zum Thema Ernährung zusammenzufassen, dann muss man nicht immer soviel verlinken und ich kanns hier pinnen ?(
Katzenfutter FAQ
Hallo Leuts!
Aus einem anderen Forum durfte ich diesen Einführungstext "klauen" *zu faul zum selberschreiben* bigsmile (Danke an "JenBen"
)
Ich finde die Idee Klasse, hier mal alle grundlegenden Fragen zu klären, die man als Einsteiger in das Thema nunmal so hat.
Jeder der sich berufen fühlt, etwas zu ergänzen, ist hiermit dazu aufgerufen zwinker
Dann kann man diesen Thread gegebenenfalls verlinken, wenn "Einsteigerfragen" aufkommen.
Was ist besser: Nassfutter oder Trockenfutter??
Trockenfutter, selbst in bester Qualität, enthält einen sehr hohen Anteil an Getreide. Dies ist für Katzen nicht wirklich gesund, denn Katzen sind Carnivoren – reine Fleischfresser! Zudem fehlt dem Trockenfutter ein lebenswichtiger Inhaltstoff: Das Wasser! TroFu enthält etwa 8-10% Wasser, die natürliche Nahrung einer Katze aber etwa 70% - die Katze müsste diesen enormen Wassermangel durch vermehrtes Trinken ausgleichen, was kaum eine Katze auf Dauer schafft. Bekommt eine Katze z.B. 100g Trockenfutter am Tag, so müsste sie ca. 400ml zusätzliches Wasser trinken, was kaum ein Tier auf Dauer schafft.
„Aber Brekkis sind doch gut für die Zähne!“ hört man oft. Inzwischen haben Studien bewiesen, dass dem nicht so ist. Wer seine Katze einmal beim TroFu-knabbern beobachtet, wird erkennen, dass selbst größere Pellets meist nur einmal durchgeknackt werden, eher werden sie von den Zahnspitzen durchgebrochen, der Zahnhals, der von Belägen gereinigt werden sollte, kommt mit dem Futter kaum in Berührung. Immer häufiger hört man sogar, dass TroFu durch den hohen Getreideanteil eher schlecht für die Zähne ist, auch weil es den Speichel aufsaugt, der wie bei Menschen auch bei Katzen als Karieskiller gilt.
Ein sehr interessanter Bericht zu Trockenfutter findet sich bei savannahcats.de
Aber mal ehrlich: Trockenfutter ist schon praktisch! Es riecht nicht, ist lange lagerfähig, verdirbt im Napf nicht schnell, ist preiswert und wird von vielen Katzen gerne gefressen (denn das Dehydrieren intensiviert den Geschmack!). Für den Menschen ist Trockenfutter eine erleichternde Erfindung, muss man einfach so sagen. Dennoch sollte man die Gesundheit der Katze im Auge behalten und nicht zu viel Trockenfutter geben. Als Zugabe ist es sicherlich zu vertreten, aber das Hauptfutter sollte meiner Meinung nach Nassfutter sein.
Mehr zum Thema TroFu: TroFu und Wasser
Was ist an Supermarktfutter wie Whiskas, Brekkis usw. so schlecht?
Der Inhalt, die Dosen sind ja ganz hübsch!
Okay, ich teile das hier einmal in Trocken- und Nassfutter auf:
Trockenfutter:
Handelsübliches Supermarkttrockenfutter besteht meist zum größten Teil aus Getreide. Getreide – wissen wir jetzt – ist nicht so gut für Katzen, die meisten Getreide können von Katzen überhaupt nicht verwertet werden. Nun wird bei SuMaFu noch nicht mal halbwegs sinnvolles Getreide (wie Reis) verwendet, sondern was eben billig da ist, oft sogar „Getreidenebenprodukte“ oder „pflanzliche Nebenprodukte“ -> Reste, die man sonst für nichts braucht – billiger Füllstoff . Der enorme Getreideanteil im Futter schadet den Zähnen, kann den PH-Wert des Urins ungünstig beeinflussen und Blasensteine verursachen, im schlimmsten, aber sehr häufigem Fall auch die Nieren irreparabel schädigen.
Irgendwo findet man dann die Bezeichnung „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ – dazu mehr bei Nassfutter. Davon bleibt nach dem Trocknen kaum was übrig - die katze wird quasi so gut wie vegan ernährt - für den Fleischfresser eine Katastrophe. Wer würde sein Kaninchen mit Steaks ernähren? Eben! Vollig wider seiner Art
Ein hochwertiges Trockenfutter besteht im Gegensatz dazu zumindest zum großen Teil aus getrocknetem Fleisch, die besten Sorten bestehen zumindest gut zur Hälfte aus Fleisch.
Trockenfutter ist nie eine völlig unbedenkliche Sache, aber SuMaTroFu enthält wirklich fast nichts mehr an Inhaltstoffen, die die Katze braucht. Wenn ein Trockenfutter gegeben werden soll, plädiere ich für das Beste was man auftreiben und der Katze verkaufen kann. Wer von uns würde schon jahrelang Füllstoff mit künstlichen Vitaminen und Geschmack essen wollen? Oder seinem Kaninchen Steak servieren? Eben!
Nassfutter:
Sehen wir uns mal an was im Supermarknassfutter so drin ist: Ganz weit vorne stehen idR Fleisch und tierische Nebenprodukte. Was kann man sich darunter vorstellen? Zu den tierischen Nebenprodukten kann alles zählen, was von einem geschlachteten Tier nicht für den menschlichen Verzehr benötigt wird. Im besten Falle sind das Dinge wie einige sinnvolle Innereien, aber auch Federn, Haare, Krallen, Hufe, Blase und Darm (nein, die müssen nicht vorher geleert werden!), auch aus welchem Grund auch immer – unabhängig von der Schlachtung gestorbene Tierkörper fallen unter die tierischen Nebenerzeugnisse . Nun gibt die Bezeichnung oben leider nicht preis welche Nebenerzeugnisse verwendet werden und wie viel davon. Bei dem Preis mancher Futtersorten und der hohen Fütterungsempfehlung kann man nur vermuten, dass der größte Teil (wenn nicht der ganze Inhalt) in solch einer Dose Katzenfutter Müll ist.
In den meisten Supermarktfuttern taucht auch Zucker auf, der wie beim Menschen so auch bei der Katze die Zähne angreift, dick, und im schlechtesten Falle auch krank macht.
Ein Blick auf die Fütterungsempfehlung: „Eine durchschnittlich große Katze von 3-4 Kilo braucht ca eine Dose (400g) pro Tag.“ Das ist eine ganz normale Fütterungsempfehlung, sie sagt aus, dass die Katze ca. 400g dieses Futters benötigt, um ihren Tagesbedarf an allen Nährstoffen und Vitaminen zu decken. Das sind über 10% ihres Körpergewichtes, sie sie da fressen muss, ganz schön viel. Wer würde 10% seines Körpergewichtes essen können? Welche Katze würde jeden Tag 400g Mäuse fangen (eine Maus wiegt ca. 20g). Vergleichen wir einfach mal ein hochwertiges Dosenfutter: Aha, hier braucht die gleiche 3-4-Kilo-Durchschnittskatze plötzlich nur noch 150g/ Tag, nicht mal die Hälfte.
Mehr dazu: Gutes Futter!
Merkt man an der Katze wirklich einen Unterschied, wenn man das Futter umstellt?
Aber garantiert! Meine Familie hat Katzen seit ich ganz klein bin, und 20 Jahre lang fand ich, dass unsere Katzen, die solange Supermarktfutter bekamen, toll und gesund aussahen, glänzendes Fell und leuchtende Augen hatten. Nachdem ich auf wirklich hochwertiges Futter umstellte, sah ich dennoch einen gravierenden Unterschied und war sehr schockiert! Wie hatte ich DAS vorher übersehen können?
Zuerst einmal verändert sich der Kot. Der Kot gut ernährter Katzen riecht weitaus weniger streng, oft riecht man ihn überhaupt nicht. Auch verringert sich die Kotmenge, da das Futter besser vom Körper verwertet wird und die Katze dadurch bedingt viel weniger fressen muss. Dann bemerkt man eine Verbesserung im Fell, es wird weicher, seidiger, riecht sauber und frisch; und die Katze haart weniger, bzw. nicht mehr an einer Tour sondern nur noch zum natürlichen Fellwechsel.
Auf Dauer bemerkt man oft auch eine Verbesserung des Körperbaus, der Muskulatur und der Aktivität der Katze. Manchmal berichten die Dosenöffner sogar, dass zuvor verhaltensauffällige Katzen eine stabilere, positivere psychische Verfassung zeigen.
Aber gutes Futter ist ja viel teuer!
Jein. VIEL teurer ist es gar nicht, denn wie gesagt muss eine Katze auf Dauer von einem wirklich guten Futter nicht mal die Hälfte fressen.
Etwas mehr Geld muss man idR aber schon ausgeben, dafür bezahlt man für hochwertige, gesunde Katzennahrung und nicht für Müll, der lediglich der Katze den Bauch füllt, und die Taschen der Herstellerfirmen.
Gute Ernährung ist bei Mensch wie Tier immer eine vernünftige Investition, denn man investiert damit in die Gesundheit (und spart ggf. später eine ganze Menge Geld beim Arzt).
...Fortsetzung folgt:
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12.09.2005 18:37 |
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GypsiesLady

Frustrierte Katzentante

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| RE: Infosammlung Katzenfutter |
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...Fortsetzung:
Woran erkenne ich gutes Futter??
Das ist gar nicht so einfach, denn jeder Katzenhalter hat andere Ansprüche an ein gutes Futter. Der Eine besteht auf Bio-Fleisch, der Nächste akzeptiert kein Knoblauch, etc. Ich liste mal einige grundlegenden Punkte auf, an denen man ein gutes Futter erkennt, die man dann um eigene Ansprüche erweitern sollte.
Trockenfutter
• hoher Gehalt an Trockenfleisch oder Fleischmehl, welches an erster Stelle in der Zutatenliste stehen sollte, denn die Zutaten sind nach Gewicht absteigend aufgelistet! Vom ersten Posten ist am meisten enthalten, vom letzten am wenigsten. Die genauen Prozentangaben der ersten Posten lassen sich bei einigen Anbietern per Email oder telefonisch erfragen. M.M. nach hat niemand, der ein gutes Futter herstellt, diese Zahlen zu verbergen und nennt sie dem interessierten Käufer.
• Mit Fleischmehl/ Trockenfleisch ist das Fleisch im bereits getrocknetem Zustand gemeint, wird einfach „Fleisch“ angegeben so ist damit das frische Fleisch gemeint, welches nach der Herstellung und dem Dehydrieren ca 70-80% Gewicht verliert und dann in der Zutatenliste weit nach hinten abrutscht. (Wenn man jetzt nochmal zurück denkt an Supermarkt-TroFu, bei dem zunächst Getreide und Gemüse und dann erst frisches Fleisch angegeben ist, bekommt man eine Ahnung davon, wie wenig Fleisch da tatsächlich drin ist Ob es ganze 5% sind?)
• Möglichst wenig Getreide, (brauner) Reis und Mais sind zu bevorzugen. Vorsicht, die Hersteller sind tricky: Oft wird z.B. das Getreide in drei oder vier Posten auseinander genommen um weiter nach hinten zu rutschen, zusammen überholt es in der Zusammensetzung dann jedoch das Fleisch.
Nassfutter
• hoher Fleischanteil (bei Nassfutter mindestens 70%)
• Gutes Nassfutter enthält natürlich keinen Zucker und keinen Karamell
• Wenn tierische Nebenerzeugnisse verwendet werden, sollte der Hersteller offen angeben, welche das sind, wer ein Geheimnis daraus macht, hat vermutlich auch allen Grund dazu. Nebenerzeugnisse in Lebensmittelqualität sind okay.
• Kalzium und Phosphor sollten mengenmäßig im Verhältnis 1:1 bis 1,5:1 stehen – es gibt Nassfutter, die vollständig aus hochwertigem Fleisch bestehen, sich aber dennoch nur als Leckerchen eignen, weil z.B. dieses Ca/Ph - Verhältnis eine Katastrophe ist
• Die Fütterungsempfehlung zeigt sehr einfach an, wie hochwertig das verarbeitete Fleisch ist: Empfehlungen von bis zu 200g/Tag/3-4 Kilo Katze sprechen für ein gut verwertbares Futter und damit für gute Qualität!
Wenn man diese Punkte beachtet, bekommt man schon ganz vernünftiges Futter.
Petnatur: www.petnatur.de oder www.catdog.de
Grau: www.tieroase.net oder www.zooplus.de u.v.a.
Felidae: www.tieroase.net u.v.a.
Wie kann ich meine Katze auf besseres Futter umstellen? (Vor allem, wenn sie da nicht mitspielt!)
Eine Umstellung von schlechtem auf hochwertiges Futter sollte vorsichtshalber langsam erfolgen. Manche Katzenkörper reagieren empfindlich, der Verdauungstrakt muss erst wieder lernen, dass er nun etwas zu verarbeiten hat. Es hat sich bewährt, zunächst kleine Mengen des neuen Futters unter das alte zu mischen und langsam zu steigern.
Manche Katzen reagieren sehr mäkelig und wollen scheinbar das bessere Futter nicht. Hier ist Geduld und etwas Fantasie gefragt, außerdem der feste Wille und die Überzeugung, dass es richtig und wichtig ist, die Katze umzustellen.
Wer weiß was in den Supermarktfuttern so drin ist, dass so viele Katzen sich so schwer umgewöhnen lassen , aber irgendwas darin scheint sie regelrecht süchtig zu machen.
Ein sehr interessanter Beitrag dazu mit guten Tipps ist auch dieser Beitrag .Neophobie, Futterwechselmechanismus und Abwechslung!
Soll ich eine Marke geben oder abwechseln?
Abwechslung ist immer gut! Kaum ein Futter ist wirklich *perfekt* zusammengestellt, Abwechslung gleicht da ein wenig aus und verhindert, dass die Katzen mäklig werden. Weiterhin ist es ein großes Problem von einer Futtermarke abhängig zu sein, falls diese mal nicht zu bekommen ist oder die Zusammensetzung geändert wird.
Bei der Abwechslung sollte man aber ungefähr auf einem Qualitätslevel bleiben, ständige Wechsel der Futterqualität können den Verdauungstrakt irritieren.
Was tut der Katze außerdem gut?
(Ich spreche jetzt ausschließlich von gesunden Katzen, bei Erkrankungen bitte vorsichtshalber noch mal um Erfahrungen fragen, bzw. den Tierarzt ansprechen!)
Als Ergänzung zu Fertigfutter kann man der Katze rohes Fleisch anbieten. Das ist artgerecht und natürlich und reinigt die Zähne, besonders, wenn man der Katze größere Stücke reicht, die sie gut kauen muss. Es eignet sich jedes Fleisch, außer Schwein und Wildschwein (hier müsste man besondere Bedingungen beachten, da Schweinefleisch im Rohzustand eine tödliche Krankheit, die „Pseudotollwut“ (Aujetzky’sche Krankheit) übertragen könnte. Gut geeignet ist z.B. durchwachsenes Fleisch vom Rind oder Lamm, Geflügel, auch Innereien wie Magen oder herzen, Leber bitte nur in winzigen Mengen. Auch kleine Knochen (z.B. Hühnerhälse) kann man in kleinen Mengen geben – solange sie nur roh sind, gegarte Knochen splittern und können lebensgefährlich sein!
Wer mehr als ca. 20% Rohfutter geben möchte muss sich ausführlicher informieren, bei www.dubarfst.de
Was ist " barfen"?
Ein bis zwei mal wöchentlich kann man der Katze ein rohes Eigelb anbieten, das ist gut für Haut und Fell und wird meist sehr gerne angenommen.
Da Fertigfutter zumeist nur die unbedingt benötigte Menge an Taurin enthält, ist es von Vorteil etwas davon zu ergänzen. Die Empfehlungen gehen von 100mg bis 500mg pro Tag und Katze, ich würde einen Mittelwert von 200-250mg empfehlen. Bei diesen Mengen ist eine Überdosierung ausgeschlossen. Taurin wird mit wenig Wasser verrührt und so zum Futter gegeben, es ist gut für Herz und Augen und wirkt sich auch positiv auf das Fell aus. Vergesst die „Taurin-Leckerchen“, sie enthalten kaum Taurin, dafür aber meist Zucker.
Taurin pur bekommt man z.B. bei:
Lucky-Land oder
in der Katzen-Barf-Bar
Ebenfalls im Handel erhältlich sind jede Menge unterschiedlicher Vitaminpasten. Diese sollten wenn überhaupt nur ein ganz gering dosiertes Leckerli sein, man kann damit leicht überdosieren.
An Malzpaste scheiden sich die Geister. Einige halten sie für unverzichtbar, andere für ungesund. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass die Paste an den Zähnen der Katzen klebt, und auch wenn oft nichts davon drauf steht – wer sie einmal probiert hat kann nicht mehr bezweifeln dass da sehr viel Zucker drin sein muss.
Ich hoffe, diese Sammlung an häufigen Fragen kann Anfängern bei dem Thema Ernährung ein wenig weiterhelfen und ihr ergänzt die Liste fleissig!
Liebe Grüße
Kirsten
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12.09.2005 18:37 |
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Neophobie, Futterwechselmechanismus und die Notwendigkeit der Abwechslung
Dieses Posting beginnt mit einem Seufzer: *seufz*!
Denn immer wieder, fast täglich ist hier zu lesen: „Meine Katze mag dieses oder jenes nicht“ oder „Meine Katze mag dieses oder jenes PLÖTZLICH nicht mehr“
Das lässt mich seufzen. Warum, das will ich hier versuchen zu erklären:
Katzen haben aus ihrer Herkunftsgeschichte als wildlebende Wüstentiere zwei Verhaltensmuster mitgebracht, die Ihnen heute als Haustiere mehr schaden als nutzen: Neophobie und Futterwechselmechanismus.
Neophobie bedeutet: Ich fress nix, was ich nicht kenne. Ich gewöhne mich an einen Geschmack, eine Konsistenz, einen Geruch, erfahre, dass ich das vertrage und fresse nix anderes mehr. Dieses Verhaltensmuster macht es uns so schwer, Katzen auf ein anderes Futter umzustellen. „Whiskas und Co“ werden jahrelang weitergefüttert, weil : „Meine Katze mag halt nix anderes“. „ barfen“ ist ne tolle Sache, aber „Meine Katze frisst kein rohes Fleisch“.
Trockenfutter ist nicht gut für die Katze, aber: „Meine Katze frisst nunmal nur TroFu“.
Katzen fressen das, woran sie gewöhnt sind. Es liegt in unserer Verantwortung, woran wir sie sich gewöhnen lassen. Ob man nun barft oder industrielles Futter gibt oder beides: Abwechslung ist das A und O der Katzenernährung! Katzen müssen an Abwechslung gewöhnt werden! Dem Verhaltensmuster der Neophobie gilt es, etwas entgegen zu setzen. Einseitige Ernährung ist immer schlecht! Katzen haben leider keinen blassen Schimmer, welches Futter ihnen gut tut und welches ihnen schadet. Neophobie kann sogar tödlich wirken. Erst kürzlich las ich von einer Katze, die sich weigerte, etwas anderes als Thunfisch zu fressen. Sie wäre daran jämmerlich verreckt, hätte die Halterin nicht mit unendlicher Geduld geschafft diese Neophobie zu überwinden. Katzen fressen nämlich auch einfach mal nix, wenn sie nicht das gewohnte Futter bekommen. Das kann allerdings schon nach 48 Stunden lebensgefährlich werden.
Der Futterwechselmechanismus hingegen ist scheinbar das genaue Gegenteil: Katze frisst monatelang mit großer Begeisterung ein bestimmtes Futter und plötzlich…ohne das irgendein Grund zu erkennen wäre, verweigert sie es. Hungrig sitzt sie protestierend vor dem gefüllten Napf. Dosi kramt in seiner Verzweiflung aus der hintersten Schrankecke ne Dose „XY“, dass die Katze immer beharrlich verschmähte… und siehe da: Es wird gierigst verschlungen!
Ab heute will Katze nur noch „xy“!
Der Futterwechselmechanismus wurde erstmalig bei Vogelschwärmen beschrieben. Sie hatten zwei verschiedene Samenarten zur Auswahl, fraßen aber immer nur einige Monate lang die eine Sorte, dann wieder nur die andere. Biologen vermuten dahinter den Sinn, den Organismus für notwendige Futterwechsel flexibel zu halten.
Es liegt in unserer Hand, wie gut unsere Tiere gegen diese beiden Mechanismen ankommen können.
Meiner Meinung nach müssen Katzen zu Vielfalt und Abwechslung im Futter erzogen werden. Nicht, indem man sie hungern lässt, wenn sie ihr bevorzugtes Futter verlangen! Futterwechsel und Gewöhnung an etwas Neues muss immer ganz langsam und in winzigen Schritten geschehen. Ich bemühe mich, das an einem Beispiel zu verdeutlichen:
Eine Katze frisst nur Trockenfutter. Sobald man es in Wasser tränkt oder etwas Dosenfutter oder Rohfutter untermischt, verweigert sie die Nahrungsaufnahme.
In diesem Fall würde ich eine Blumenspritze empfehlen. Nein, nicht zu Erziehungszwecken (Davon halte ich übrigens auch nichts) sondern um das Futter ganz minimal anzufeuchten vor dem servieren. Nicht mehr als ein Nebelhauch Feuchtigkeit liegt über dem Futter. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Katze es frisst, ist größer, wenn sie wirklich HUNGER hat. Der berühmte Katzenforscher Paul Leyhausen hat geschrieben, wer einer Katze immer den gefüllten Napf stehen lässt, nimmt ihr ein großes Stück Lebensfreude. Die Katze bekommt also echte „Mahlzeiten“, nicht unbedingt zu festen Zeiten, aber eben jeweils nur für eine gewisse Zeit. Nach spätestens 30 Minuten, später wird der Zeitraum noch verkürzt, wird das Futter weggeräumt. Ganz langsam erhöht man nun im Laufe der folgenden Wochen den Feuchtigkeitsgehalt. Verweigert die Katze die Aufnahme, kehrt man zurück zur letzten Stufe und versucht es später noch mal mit der Steigerung. Irgendwann wird die Katze eingeweichtes TroFu fressen. Bis dahin liegen Dosis Nerven bereits blank und man ist kurz vor dem Durchdrehen. Keine Sorge, das ist völlig normal. Nun kommt die nächste Stufe: In winzigen Dosierungen, sozusagen homöopathischen Dosen, wird z.B. Dosenfutter untergemischt. Das weitere Vorgehen ist klar….
Das geht so weiter, bis die Katze irgendwann möglichst viele verschiedene Futter annimmt. So beugt man Neophobie und Futterwechselmechanismus vor.
Abschließend möchte ich noch plädieren, für etwas, was ich „Erlebnisgastronomie für Katzen“ nenne. Fressen ist für Katzen mehr als Nahrungsaufnahme! Es ist ein Happening, ein Ereignis, ein Abenteuer! Macht das Füttern zum Happening! Lasst die Katze mitentscheiden, WANN es Futter gibt. Sie darf sagen, wann sie Hunger hat, auf ihre Art! Manche wollen lauthals meckern, andere schnurren einem um die Beine, manche sitzen vor einem und hyptnotisieren ihren Dosi, manche lernen Kunststückchen, erarbeiten sich ihr Futter, erjagen es, um es dann mit besonderem Appetit zu fressen. DAS ist die Lebensqualität, die Leyhausen meinte, glaube ich. Ein dauernd gefüllter Napf ist für Katzen einfach zum Gähnen langweilig. Leyhausen führt sowohl Futterverweigerung als auch Übergewicht bei Katzen darauf zurück, dass wir Dosis einfach eine stinklangweilige Sache aus etwas machen, was der Höhepunkt eines aufregenden Tages sein sollte!
In diesem Sinne,
das musste mal gesagt werden!
Liebe Grüße an alle Katzenverrückten, Dosis und Barfer!
Kirsten
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12.09.2005 18:38 |
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GypsiesLady

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WASSER und TroFu
Dass Katzen ein erhöhtes Nierenerkrankungsrisiko haben, wenn sie mit Trockenfutter ernährt werden, ist in vielen Studien in den 70er Jahren erwiesen worden. (REIF et al. 1977, WILLEBERG 1976, WALKER et al.1977).
Spätere Studien fanden heraus, dass die wahrscheinliche Ursache dafür ist, dass mit TroFu ernährte Katzen weniger Wasser zu sich nehmen. (BURGER et al. 1978, DAMMERS1980,GASKELL 1985, ZENTEK 1987, KIENZLE et al. 1990, SCHUKNECHT 1991)
Hinzu kommen folgende Erkenntnisse: Mit TroFu ernährte Katzen scheiden im Verhältnis zur aufgenommenen Wassermenge prozentual weniger Harn aus (54%) als Katzen die Wasser mit dem Futter zu sich nehmen (67%) JACKSON u. TOVEY (1977) THRALL und MILLER (1976) SAUER et al. (1985)
Zusammengefasst aus: http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/schultza_2003.pdf
Das zeigt, dass bei der Verdauung von Trockenfutter zusätzlich Wasser verbraucht wird.
Die Idee der TroFu-Hersteller, das Futter mit harnansäuernden Substanzen (DL-Methionin, Vitamin C) zu versetzen, um wenigstens der Struvitsteinbildung vorzubeugen, führte in der jüngeren Vergangenheit zu einem erhöhten Aufkommen von Oxalatsteinen. Ein dauerhaft niedriger Harn-Ph-Wert um 6.0 erhöht das Risiko von Oxalatsteinen. (Krafft.W. Katzenkrankheiten. Klinik und Therapie. 5., überarb. u. erw. Aufl. 2003 S.914 ff)
Zusammenfassung:
Bei TroFu-Fütterung nehmen Katzen nicht ausreichend Wasser zu sich und dieses wird zum Teil zusätzlich beim Verdauungsprozess verbraucht. Dies führt zu einem erhöhten Risiko einer Nierenerkrankung.
Die Versuche der Industrie, durch ansäuernde Zusätze das Risiko zu minimieren, sind eher Contraproduktiv und schädlich.
Lieben Gruß
Kirsten
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12.09.2005 18:41 |
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