Guten Morgen allerseits,
wie versprochen bin ich gestern mit dem Buch "Katzen würden Mäuse kaufen" fertiggeworden und habe eine schnelle
Zusammenfassung geschrieben. Wer sie lesen mag - voilà
Katzen würde Mäuse kaufen
Allgemeiner Eindruck
Ich habe mir ja das Buch gekauft, um mich über die Fütterung meiner zukünftigen Katzen zu informieren. WAS ich da gelesen habe, hat mir die Haare zu Berge stehen lassen. Ich denke nicht, dass sich irgendwelche superkritischen Autoren die Geschichte ausgedacht haben. Die meisten Angaben sind durch Literaturvermerke klar gekennzeichnet und man hat in den letzten Jahren aus den Medien ja doch so manches am Rande mitbekommen.
Erst einmal will gesagt sein, dass das Buch nicht „leicht“ zu lesen ist. Die Sätze sind ab und an etwas verschachtelt, es kommen viele Fachwörter und Begriffsbezeichnungen vor. Deshalb sollte bzw. muss man sich beim Lesen auch darauf konzentrieren. Das Buch ist KEIN Roman.
Zum Inhalt
Thematisiert wird die Herstellung von Tierfutter von der entsprechenden Industrie. Und DAS ist traurig. Da wird ganz bewusst durch organisierte Führungen und Werbespots bzw. gezieltes Marketing dem Kunden eine heile Welt vorgegaukelt. Die Realität sieht anders aus: Abfallprodukte (Schnäbel, Klauen, Hufe, Knochen) werden als Tiermehl oder Blutmehl unter das Futter gemischt. Teilweise wurde von Futterproduktion durch Klärschlamm, Kot, durch unnötigen Zusatz von Medikamenten (u.a. jene, die zum Einschläfern der „vermarkteten“ Tiere eingesetzt werden) oder Produktion von Schnitzeln und Fleisch durch Erdgas berichtet. Dabei werden auch Namen genannt, die beim Verbraucher eigentlich für Qualität stehen: Masterfood (Whiskas, Kittekat, Sheba, Frolic, Chappi), Nestlé (Nestè Purina u.a. auch Futterhersteller von Katzenfutter) auch Hills und Royal Canin kommen negativ darin vor.
Trotz des BSE-Skandals vor einigen Jahren wird nach wie vor fleißig mit Tiermehl produziert. Gewonnen wird es durch alle Abfallprodukte durch Abdeckereien, man ist sich nicht sicher ob nicht auch eingeschläferte Tiere darin „verwertet“ werden. Das sind dann die angegebenen Nebenerzeugnisse. Das lächerlich daran: Der Staat sorgt nicht im Geringsten für Transparenz, VERBIETET den Herstellern sogar ausdrücklich, die Inhaltsstoffe auf die Packungen zu schreiben. Nicht nur, dass minderwertige Rohstoffe zusammengepantscht werden. Um die Sache den Tieren schmackhaft zu machen, werden fleißig Aromastoffe, Geschmacksverstärker, Zucker, Süßstoffe und Farbstoffe ins „Menü“ gepantscht, damit Waldi und Miezi mit ihren empfindlichen Geschmacks- und Geruchssinnen den DRECK überhaupt anrühren. Auch sind die Futter oft vitamin- und mineralstoffüberlastet. Angeblich um den „Haushalt“ zu decken und die Tiere gesund zu ernähren. Man erreicht genau das Gegenteil: Überversorgung ist ein Hauptgrund von Krankheiten wie Osteoporose,
Hüftproblemen, Allergien etc. bei Tieren. Weil das natürliche Gleichgewicht dadurch total aus den Fugen gerät.
Die meisten Zusätze und im Tierfutter (und bestimmt auch bei Menschenfutter) werden durch Bakterien und Schimmelpilzen produziert. Diese sind teils genmanipuliert und kommen eigentlich nur in dreckigen Duschen, Kellern und auf verschimmelten Wänden vor. Also nix mit probiotischen Schimmelkulturen. Hautsache schnell und billig und lange haltbar. So lautet die Devise der meisten Hersteller in der Tierfutterindustrie.
Die Konsequenz lässt nicht lange auf sich warten. Allergien, Übergewicht, Diabetes, Krebs, Verdauungsstörungen der übelsten Art, Hautkrankheiten sind mittlerweile gang und gäbe, wegen diesem Müll, der aus Unwissen tagtäglich in den Näpfen der Lieblinge landet. Ein weiteres Problem scheint darin zu bestehen, dass der Mensch seinem Tier etwas Gutes tun will und schlichtweg falsch füttert. Süßigkeiten, fettes Fleisch, Butter etc. hat eigentlich in Bellos oder Miezis Napf nichts verloren.
Das Buch schildert jedoch nicht nur die Futterherstellung für Haustiere, sondern auch jene für Nutztiere. Und diese unterscheidet sich nicht im Geringsten. Und was das für uns bedeutet, muss man wohl kaum erklären. Nutztiere werden aufgrund von billiger Produktionen mit „Dreck“ gefüttert, der chemisch aufbereitet, mit Geschmacksverstärkern, Leistungssteigerern (damit die Tiere mehr fressen) und Aromen/Geruchsstoffen und künstlich hergestellten Enzymen gespickt in den Trögen landet. Rinder, die eigentlich nur Gras und Heu fressen sollten, bekommen Getreide, das bei Gärung im Magen heftige Bakterienkulturen (Ecoli (später EHEC bei Pflanzen), BSE und ähnliches auslösen kann. Fütterung durch genmanipuliertes Getreide sorgt im Endeffekt dann auch noch dafür, dass wir genmanipulierte Milch bzw. Milchprodukte essen und trinken. Und das von Produzenten wie MÜLLER oder LANDLIEBE
Jetzt möchte man sagen: Stooooop! Wir haben doch Forscher und Wissenschaftler, wir haben Prüfbetriebe! Denen muss das doch auffallen. TUT ES AUCH! Aber: Woher bekommen denn die Forscher, die Betriebe ihre Drittmittel, ihre Forschungsgelder, Unterstützung für Seminare und Veranstaltungen? RICHTIG! Von der Tierfutterindustrie die genau eben den Dreck herstellt. Da übersieht man gerne mal ein Detail, da wird auch nicht so genau geprüft, da werden Doktorarbeiten geschrieben, wohlwollend natürlich. Man möchte „die Hand, die einen füttert“ ja nicht beißen! Vor lauter Angst, die Förderung zu verlieren, handeln diejenigen, die unsere Lieblinge vor falscher Fütterung schützen könnten, absolut kontraproduktiv, falsch und geldgeil. Traurig, aber wahr.
Aussicht:
Was bleibt? Ich war bis zum Schluss sehr verunsichert, was man nun füttern soll? BARFEN ist ja der neueste Trend, gegen den sich die Tierfutterindustrie auflehnt. Sicher –mehr Barf, weniger Umsatz. Kann also nur schädlich, vitamin- und mineralstoffarm und ungesund sein. Komisch wie sich die ganzen Wildtiere jahrelang ohne Hüftprobleme, Diabetes, Übergewicht und Co. durchschlagen konnten, bei so viel Rohfleisch.
Sicher sollte auch das hinsichtlich Bakterien kritisch begutachtet werden. Nichts ist 100 prozentig. ABER: Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es eher ein richtigerer Weg ist, als den kommerziellen Dreck (mit ein paar Ausnahmen svst.) zu füttern, der dann im Umkehrschluss dafür sorgt, dass das Tier, dem ich helfen und Gutes tun wollte, krank wird und im schlimmsten Fall an falscher Fütterung stirbt. Eine weitere dringende Maßnahme wäre die Deklaration von den Inhaltsstoffen wie bei der Menschennahrung auf den Dosen. Dann wäre ganz schnell Schluss mit „Hinterhofgepantsche“. Und natürlich muss auch Dosi sich mit den Themen auseinandersetzen.
Alles in allem: Ein durchaus empfehlenswertes Buch, nicht nur hinsichtlich der Tierfutter, sondern auch im Bezug auf das, was wir täglich konsumieren!
Viele Grüße und noch eine schöne Woche
Macha