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Wenn Katzen sterben wollen

      Wenn Katzen sterben wollen

      Ich hoffe, dass mein Thread hier richtig ist...

      Es geht um folgendes: ich hatte bis vor ungefähr zwei Jahren noch zwei Kater, beide sind sie 1991 geboren. Im September 2005 musste ich leider einen der beiden Kater einschläfern lassen, seitdem lebt der andere allein mit mir in einer Etagenwohnung.

      Mein verbliebener Kater ist extrem verschmust und wenn ich abends nach Hause komme, gehört mein Schoß ihm. (Ich schreibe dieses jetzt hin, um deutlich zu machen, dass wir beide eine sehr enge Verbindung miteinander haben).

      In den letzten Monaten hat mein Katerchen körperlich abgebaut, er verlor an Muskelmasse und Gewicht, sein Appetit war unausgewogen: mal hat er so gut wie nichts gefressen, mal hat er viel verputzt.

      Vor zwei Tagen, also am 12. Februar, verschwand mein Kater plötzlich. Er war hauptsächlich in der Wohnung, nach draußen ist er nur noch selten gekommen. In der Wochnung habe ich jeden kleinsten Winkel abgesucht: ich kann ich nicht finden.

      Eine Möglichkeit wäre noch, dass er mit meinem Sohn, der an diesem Tag bei mir war, die Wohnung verlassen hat (mein Sohn hatte ihn noch kurz gesehen), was ich aber eigentlich ausschließe, weil mein Kater sehr ungerne ins Treppenhaus geht, ihm scheint die Geräuschkulisse dort nicht zu behagen.

      Wie auch immer: er ist nicht auffindbar und meine Vermutung geht dahin, dass er sich zum Sterben zurückgezogen hat. Eine traurige Vorstellung, aber mit 16,5 Jahren hat er zum einen ein stolzes Alter erreicht und zum anderen finde ich diesen Weg natürlicher, als wenn man sein Tier zum Sterben in die Tierarztpraxis bringen muss.

      Mich wundert allerdings, dass er - wenn meine Vermutung stimmen sollte - dieses macht ohne sich von mir "zu verabschieden". Es tut mir weh, dass ich seit zwei Tagen nicht weiß wo er steckt und wie es ihm wohl gehen mag (sofern er noch nicht tot ist).

      Ist so ein Verhalten bei Katzen normal, auch wenn sie einen intensiven Kontakt zu ihren Besitzern haben?

      Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht?
      Hallo Anouk,

      Ich habe erlebt, dass sie gerade da, einen sehr engen Bezug zu ihrem Besitzer haben. So war es bei mir und meiner Familie. Natürlich haben sie sich auch mal zurückgezogen in der Wohnung.

      ABER!
      Was macht dich denn so sicher, dass er sterben wird? Warst du beim TA mit ihm? Hast du ihn draußen schon gesucht? Vielleicht ist er irgendwo eigesperrt oder er ist draußen und es geht ihm schlecht.
      Wie lang war der denn schon mal unterwegs?

      Ja, er hat ein stolzes Alter. Aber warum soll er keine 20 werden?

      Verliere bitte nicht die Hoffnung!

      LG Nancy
      Hallo Nancyd,

      danke für deine Reaktion.

      Zum Tierarzt gehe ich regelmäßig mit meinem Kater. Seit ich den anderen einschläfern lassen musste, wird er umso gründlicher untersucht.

      Natürlich habe ich ihn draußen gesucht, mehrmals sogar. Mein Kater reagiert in der Regel sofort, wenn ich ihn rufe.

      In der Wohnung selbst habe ich ihn nirgends eingeschlossen, ich habe wirklich jeden Winkel abgesucht und draußen hat er auf mein Rufen nicht reagiert.

      Wie ich schon schrieb: mein Sohn hatte ihn noch kurz in der Wohnung gesehen, kann aber nicht mit Sicherheit sagen, ob mein Kater mit ihm die Wohnung verlassen hat, also schnell mit rausgehuscht ist (ist aber in den letzten Jahren auch extrem selten vorgekommen: innerhalb von 10 Jahren vielleicht 2 mal).

      Es ist so ungewöhnlich, dass er so überhaupt nicht reagiert.

      Du hast mich gefragt, wie lang er schon mal unterwegs war: es war in der Tat ein Zeitraum von einigen Wochen, allerdings war er da gerade mal 3 oder 4 Jahre alt. Seitdem ist er höchstens mal eine Nacht unterwegs gewesen, als er noch regelmäßiger Freigänger war. Dieses hat sich aber reduziert, als er sich im Sommer 2003 eine Verletzung zugezogen hatte.

      Natürlich wünsche ich mir, dass er bei mir steinalt wird, nicht umsonst schleppe ich ihn regelmäßig zum TA, aber ich habe ein extrem mulmiges Gefühl, weil es so ganz und gar untypisch ist, dass er sich überhaupt nicht bei mir meldet. Wie ich schon schrieb: er ist im Grunde genommen ein extremer Schoßkater, der es liebt, auf meinen Beinen zu liegen, um dort entweder eine wohltuende Masage zu erhalten oder eine Runde zu schlafen.

      Ich will die Hoffnung auch nicht aufgeben, aber ganz tief in mir drin ist eine große große Angst.
      Mit dem Eingeschlossen, meinte ich draußen in der Nachbarschaft. Das kann ja schnell mal passieren.
      Mir fällt nur ein, die "normalen" Suchaktionen zu starten. Bei Nachbarn fragen, in Schuppen und Garagen nach sehen.

      Meine Zwei Kater waren auch mal verschwunden. Und beiden ging es zu diesem Zeitpunkt schlecht. Ich hab sie draussen gefunden, wo sie sich versteckt hatten. Es war nah am Haus, aber halt versteckt. Der eine lag im Gebüsch und der anderen lag unter nem Holzstapel. Auf rufen haben sie auch nicht reagiert.

      In beiden Fällen wurde sie zum TA geschafft und hattten noch Jahre vor sich. :up

      RE: Wenn Katzen sterben wollen

      Das tut mir sehr leid, dass Dein Kater verschwunden ist. Ich weiß auch nicht genau ob Katzen sich zum sterben zurückziehen, ich würde aber eher annehmen, dass sie in ihrer gewohnten Umgebung und bei geliebten Menschen bleiben würden.

      Also ich würde die Hoffnung auch nicht aufgeben! Hast Du schon bei Deinen Nachbarn nachgefragt? Vielleicht ist er in einem Keller oder so aus Versehen eingesperrt (war bei einem unserer Katzen mal so) oder jemand hat ihn gesehen? Ich würde auch mal bei den umliegenden Tierheimen anrufen ob er abgegeben wurde oder Aushänge machen oder sowas?!

      Ich drück Dir die Daumen, dass Dein Kater wieder auftaucht!!
      Schon die kleinste Katze ist ein Meisterwerk (Leonardo da Vinci) cat_wag
      Original von Anouk:
      Ist so ein Verhalten bei Katzen normal, auch wenn sie einen intensiven Kontakt zu ihren Besitzern haben?
      Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht?


      Hallo Anouk!

      Mal abgesehen von den anderen Möglichkeiten, die Nancyd ansprach,
      ja, ich habe Ähnliches mit meinem allerersten Kater erlebt.
      Er war 18 Jahre alt und hatte über ein Jahr hinweg so abgebaut, wie du es auch beschreibst.
      Wir wussten, es würde nicht mehr lange dauern. Schmerzen hatte er keine.
      Auch wir waren regelmäßig beim Tierarzt mit ihm.
      Als der Tag kam, schwankte mein Timo morgens in den Garten.
      Die kleine Treppe schaffte er mit Müh und Not.
      Ein Gefühl in mir sagte ganz deutlich, heute ist es so weit, heute möchte er gehen.
      Ich gestehe, ich habe ihn mit aller Macht zurück gelockt, obwohl ich wusste,
      dass er seinem natürlichen Rückzugsinstinkt folgte.
      Er hat mich angesehen, als würde er jedes Wort verstehen, er kämpfte regelrecht mit sich.
      Dann siegte irgendwie sein Vertrauen oder mein Gebettel - er schleppte sich zurück.
      Er hat einen ganzen Tag gebraucht, ich konnte ihm nicht von der Seite weichen.
      Es war herzzerreißend und dennoch auch irgendwie ... hm ... ganz unglaublich intim.
      Seltsames Wort, ich weiß, aber ich finde keines, das es besser beschreiben könnte.
      Die Kinder hatte ich weggeschickt und wir beide waren ganz alleine miteinander.
      Er hat es dann am Abend geschafft, sanft und bei mir im Wohnzimmer.

      Nein, er hat sich nicht gequält. Er ist verloschen wie eine kleine Kerze.
      Hätte er darauf bestanden, ich hätte ihn am Morgen frei gegeben und wegkrabbeln lassen.
      So aber wurde das zu einem Erlebnis, das ich niemals vergessen werde.
      Er hat es mit mir geteilt.
      "Am Ende ist alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende." ♥
      Hey. Also ich kenne beide Verhaltensweisen. Meine Maya, die einen extrem engen bezug zu mir hatte(ich konnte nirgendwo sitzen, ohne daß sie sich auf mich drauf gepackt hat und mir am liebsten in meinen Nackenbereich hineingekrochen wäre) hatte Krebs und hat die letzten Tage sich in einen schrank verkrochen, weil sie anscheinend extreme Schmerzen hatte. Als ich merkte, daß es nicht besser wird hab ich den TA geholt und sie einschläfern lassen. Ich kann mir bei ihr durchaus vorstellen, daß sie sich vor mir verkrochen hat, da sie nicht wollte, daß ich ihr Leid miterleben muß. Sie hat imer alle getröstet, wenn es jemanden schlecht ging und dieses Fürsorgeverhalten ist(auch durchaus auf den Menschen übertragbar) oft mit Schutzgedanken der anderen vor eigenem leid verbunden. Ebenso hat die Katze meiner Schwiegereltern so reagiert, als sie angefahren worden war. Prinzesschen(der Name sagt wohl alles über das Verhältnis Mensch-Katze)hat sich solange es ihr schlecht ging auch im Schrank verkrochen. Anders dagegen meine Puschel. Sie mochte es solange sie fit war gar nicht so sehr bekuschelt zu werden, war viel draußen, allerdings, wenn sie drin war hat sie sich mit mir regelrecht unterhalten und durch spielen und necken ihren engen bezug zu mir gezeigt. Als sie krank wurde (Leukose) wurde sie anhänglich und hat dann ihren Sterbewillen gezeigt, in dem sie 2 Tage lang ganz extrem mit mir gekuschelt hat(Verabschiedung) und sich danach nach draußen an ihre Lieblingsstelle gelegt hat und dort auf den Tod gewartet hat.
      Es tut mir leid, aber es kann durchaus sein, daß du Recht hast. Trotzdem würde ich Anouks Rat folgen und nach ihm suchen. Denn vielleicht findest du ihn und kannst ihn doch zum TA bringen und ihn entweder doch noch retten oder aber ihm einen langen Leidensweg ersparen, denn wenn er sich zum Sterben versteckt hat, so heißt das nicht, daß es auch in ein paar Stunden erledigt ist, das kann durchaus Tage dauern... :(

      Alles Gute für Dich und ich hoffe du findest ihn...
      Das Schicksal weiß was es tut
      Auch wenn wir es nicht immer verstehen
      Er hat mich angesehen, als würde er jedes Wort verstehen, er kämpfte regelrecht mit sich.
      Dann siegte irgendwie sein Vertrauen oder mein Gebettel - er schleppte sich zurück.
      Er hat einen ganzen Tag gebraucht, ich konnte ihm nicht von der Seite weichen.
      Es war herzzerreißend und dennoch auch irgendwie ... hm ... ganz unglaublich intim.
      Seltsames Wort, ich weiß, aber ich finde keines, das es besser beschreiben könnte.
      Die Kinder hatte ich weggeschickt und wir beide waren ganz alleine miteinander.
      Er hat es dann am Abend geschafft, sanft und bei mir im Wohnzimmer.

      Nein, er hat sich nicht gequält. Er ist verloschen wie eine kleine Kerze.
      Hätte er darauf bestanden, ich hätte ihn am Morgen frei gegeben und wegkrabbeln lassen.
      So aber wurde das zu einem Erlebnis, das ich niemals vergessen werde.
      Er hat es mit mir geteilt.


      Oh,chacha,
      was für eine traurig schöne Geschichte....Ohne Worte... cry_1

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Sveni“ ()

      @ cha-cha:
      ich sitze jetzt hier und habe Tränen in den Augen... Das ist ja wirklich total traurig...




      Zu dem anderen Thema: auch meine Katze hat sich vor einem Jahr zurückgezogen zum Sterben, obwohl wir ein inniges Verhältnis hatten und ich sie mit der Flasche aufgezogen habe.
      Sie schlief in der Nacht vor ihrem Tod nicht wie jede Nacht im Bett sondern auf der Couch. Als ich morgens ins Wohnzimmer kam, da maunzte sie mir ein "guten morgen" entgegen, das machte sie sonst nie. Dann setzte sie sich auf die Heizung und bettelte und bettelte das sie nach draußen dar (es war halb 8 morgens). Normalerweise ging sie dann raus zum Pipi machen und eine Runde in ihrem Revier und kam dann nach ner halben std. wieder, dann schlief sie immer noch ein wenig bis sie komplett wach war und ging dann wieder nach draußen für ihre täglichen Streifzüge durchs revier.
      Naja jedenfalls ging ich dann um 8 aus dem Haus, sie war noch nicht zurück. Mein Freund war aber zu hause den ganzen Tag und von daher nicht schlimm das sie nicht da war.
      Als ich gegen 17 Uhr dann wieder kam meinte mein freund, ich solle mal nach meiner katze pfeifen (er kann das nicht), sie sei den GANZEN tag nicht einmal wiedergekommen seit heut morgen. Das ist komisch weil sie normalerweise immer frisst und ab und an mal schläft...
      Naja ich pfiff und rief (und normalerweise kam sie wie ein hund angetrottet...) nichts. Das ging so weiter... Ich bin in den garten und hab gesucht. nichts.
      Dann hat uns der kleine kater zu ihrer Leiche geführt. Er war total aufgedreht. Sie lag auf der Terrasse unseres Nachbars. Den Nachbarn mochte sie auch total gerne und hat ihn immer besucht.

      ICH bin der Meinung, dass sie genau wusste das sie stirbt (und das mit nur 2 Jahren !!!! keiner weiß warum) und das sie sich bewusst zurückgezogen hat. Zu dem nachbarn, den sie mag und wo sie wusste das er uns bescheid sagen wird wenn er sie gefunden hat.

      Der Anblick war für mich fürchterlich und ich habe Tagelang geweint...
      Ich wünsche Dir, liebe Anouk, dass Dein Kater wohlbehalten wieder auftaucht und ihr beide noch ein paar schöne Jahre zusammen verbringen könnt.
      Aber so wie Du das Verhalten die letzte Zeit beschreibst, kann Deine Vermutung natürlich richtig sein. Ohne Dir jetzt die Hoffnung nehmen zu wollen.
      Ich drücke Dir ganz ganz doll die Daumen das es gut ausgeht!!

      hug
      Sternenkatze Maya (*15.05.2005 - 11.01.2007) und Sternenkater Poldi (*14.04.2006 - 16.06.2007) sind immer in unseren Herzen!!! Wir werden euch nie vergessen! Eines Tages sehen wir uns wieder!
      ----
      Anika mit Dobby :cat4: und Nico:littlecat:
      ich denke auch dass Katzen es spüren wenn das Ende kommt

      drei meiner Sternchen mußte ich erlösen lassen, drei sind so gegangen, Garfield mit fast 20 und Floh mit 17 Jahren zuhause in meinen Armen.

      Mein Tiger war 17 und immer irgendwie krank, hatte ich vom HT als verhaltensgestört bekommen, viele Jahre brauchte Tiger bis ein inniges Band entstand.
      Die Tage vor seinen Tod hatte ich schon bemerkt das Tiger anders war, kam öfter, schmuste öfter, suchte mehr die Nähe, wie ein leiser Abschied.
      Der TA meinte wenn Schmerzen kommen dann sollte ich kommen.

      Soweit kam es nicht. Tiger hatte sich an dem Tag in der Frühe irgendwie ganz verabschiedet, war ganz anders, und irgendwie muß er mit rausgewischt sein wo ich Jessi in den Kindergarten brachte, wie ich wiederkam fand ich Tiger nicht - nirgends. Wir haben so gut wie alles umgedreht - weg. ich ging draußen suchen und rufen, war bei uns im Dorf unterwegs - sind ja nur 10 Häuser dann kommt Felder und Wald. Alle wußten Bescheid - bin in den Wald und gerufen und gesucht - nichts.
      Am nächsten Tag kam meine Nachbarin die mit dem Pferd unterwegs war, sie hat meinen Tiger am Waldrand gefunden. Bin hin und hab meinen Tiger heimgeholt, Tiger lag da wie unter dem laufen umgefallen und eingeschlafen. Anscheined wollte er alleine den letzten Weg gehn wobei ich ich gerne mit Tiger den Weg zusammen gegangen wäre. Jetzt liegt Tiger mit im Garten bei meinen anderen Sternchen.
      zwerge cat_play Hemi*Blacky*Bärli*Rocky*Bandit*Momo*Lora*Sylvester*Loona*Pippo*Alba*
      *Solena*Nuvola*Theo*Mira*Alina*
      Sternchen cry_1 *Finto*Navajo*Garfield*Tiger*Floh*Cleopatra*Evili*Linnea*Lucky*

      protier-ev.de
      evi.jackwerth@protier-ev.de
      Original von Nancyd
      Aber Anouk. Es muss nicht so seien!!!


      Nein, natürlich nicht! :eek
      Und klar, dass überall die optimistischen Daumen gedrückt werden - versteht sich von selbst, glaube ich.
      Nur hatte Anouk nach genau den oben geschilderten Erfahrungen gefragt,
      und das ist doch ganz unabhängig von unseren guten Wünschen.
      Die laufen ja jederzeit und sowieso.

      Also Anouk - Öhrchen einstweilen ganz hoch! :love:
      "Am Ende ist alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende." ♥
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    MietzMietz to go