Vergesellschaftung - das leidige Thema

      Vergesellschaftung - das leidige Thema

      Hallo Leute,

      ich hatte in einem anderen Thread schonmal gesagt, dass ich nach einem Partner für meine Molly (ca. 4 Monate) suche. Wir sind fündig geworden, aber es ist natürlich alles sehr schwierig :((
      Wir haben das neue Kätzchen von einer Pflegestelle, sie ist 6 Monate alt sehr sozial und angeblich sollte sie sich nicht unterbuttern lassen. Ich hatte schon vermutet, dass Molly die Neue (Cloé) nicht mit offenen Armen empfangen würde, deshalb dachte ich, wir hätten genau die richtige Katze gefunden. So ist sie also Sonntag mittag eingezogen.

      Jetzt ist natürlich doch alles super schwierig, Molly macht einen auf kleinen Diktator und brummt und motzt und faucht die ganze Zeit. Ist ja eigentlich nicht weiter schlimm, aber der Neuzugang versteckt sich die ganze Zeit und ich bin mir unsicher, ob sie frisst und trinkt und Pipi macht. Sie hat zwar wechselnde Verstecke, aber wenn dann rennt sie nur von Unterschlupf zu Unterschlupf. Meint ihr es kann sein, dass die neue dehydriert oder krank wird? Ich mache mir einfach sorgen um ihren Gesundheitszustand. Wie lang kann eine Katze ohne Wasser auskommen? Ich hab ihr einen extra Wassernapf ans versteck gestellt, aber es sieht nicht aus als hätte sie getrunken...

      Ich muss dazu sagen, dass ich bei mehreren Pflegestellen/Tierheimen war und alle haben gesagt, ich soll die Katzen direkt zusammen lassen, ich hatte hier schon vorher gelesen dass man das eigentlich nicht tun soll, aber die Frau von der Pflegestelle, war total entrüstet und meinte auf GAR keinen Fall soll ich sie in getrennte Zimmer tun. Sie hat die Katze auch zu uns gebracht und sie direkt aus dem Korb gelassen.

      Molly ist auch total verändert, sie ist auf einmal ziemlich anhänglich, sie schlief letzte nacht bei uns im Bett (macht die sonst NIE, höchstens um unsere Füße anzugreifen) und jetzt liegt sie neben mir auf der Couch, das macht sie sonst eigentlich auch nicht....

      Was meint ihr? Besteht schon Grund zur Sorge? :(
      Hm, was soll ich sagen...
      Bitte mach eine Tür zwischen den beiden zu. :zip

      Damit die neue Maus erstmal ankommen kann und du mitbekommst, ob sie überhaupt frisst und trinkt und wie sie drauf ist. Schadet auch nicht, wenn sie zu dir schon mal in Ruhe etwas Vertrauen aufbauen kann.

      Und dann geht's mit erholten Nerven noch mal neu an die Zusammenführung. ;)

      Edit: Okay, ich hab das jetzt etwas flapsig geschrieben. Um es klar zu stellen: Es geht hier nicht drum, die Kätzchen ewig zu trennen und eine aufwändige ZF über Monate mit Gittertür zu machen. Das dürfte nicht nötig sein. Aber wenn man schon merkt, dass mind. eine der Katzen total überfordert ist, dann hilft es, mal kurz - ein paar Stunden, ein paar Tage, je nach dem - zu trennen, damit sich alle beruhigen können.
      Neue Katzen sollte man grundsätzlich erstmal in einem eigenen Raum ankommen lassen, damit sie sich erholen und schon mal etwas Haushaltsgeruch annehmen können. Ob man danach die Tür einfach aufmacht und schaut, was passiert, oder langsamer vorgeht, kommt auf die Katzen und die eigenen Nerven an. Bei den meisten Kitten dürfte eine ZF dann aber recht easy sein.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Song“ ()

      Oh mann, aber im Internet steht doch überall man soll sie nicht mehr trennen wenn sie einmal zusammen waren. Ich weiss gar nicht mehr was jetzt richtig ist. Mir schwirrt echt der Kopf :(

      Gerade hat Cloe ein paar Leckerlis in ihrer Höhle zu sich genommen, das ist doch schon mal was...aber was sie sonst noch so zu sich nimmt weiß ich wirklich nicht.

      Mann mann, ich dachte echt die Frau von der Pflegestelle hat Ahnung.

      Weiß auch nicht warum die Erstkatze so drauf ist, sie stammt vom Bauernhof und hat da in nem regelrechten Rudel gelebt.

      Und jetzt mutiert sie hier zu kleinem Tyrann...immer am motzen. Hin und wieder besucht sie die neue im versteck und faucht und knurrt sie an.
      Kann Song nur beipflichten.
      Du hast ja selbst gelesen was bei Zusammenführungen zu beachten ist und sicher auch, was für Schwierigkeiten entstehen können.
      Schade, dass du den Aussagen der Pflegestelle blind vertraut hast.

      Molly muss sich erst an die Situation gewöhnen, dass sie ihr Revier fortan teilen muss. Cloé hingegen sieht sich nicht nur einer neuen Artgenossin "ausgesetzt", sondern für sie ist auch die Umgebung ganz neu.
      Vielleicht versteckt sie sich gar nicht vor Molly, sondern will ihr anzeigen, dass sie ihr Revier respektiert.

      Noch ist es nicht zu spät, alles auf Null zu drehen, und die Zusammenführung moderat zu beginnen. Dazu findest du hier viele Tipps und Anregungen. Als allererstes würde auch ich die beiden trennen.
      Liebe Grüße Zaubermaus Daria :love: , Clown Stanley :love: & noch Fauchi Chenoa :love: + Dosi Gudy
      Patentante von Hibbelchens Thilly von Elbflorenz :herz , Iwons Moriah :herz , Kathi & Kaya vom KatzenTRaum :herz & BiBoKas Kaspar :stern
      Merlin im Herzen
      Im Zauberland mit den "Drei Taskalis" Daria, Stanley & Chenoa

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Samttatze“ ()

      lisipeasie schrieb:

      Oh mann, aber im Internet steht doch überall man soll sie nicht mehr trennen wenn sie einmal zusammen waren.

      Das ist Blödsinn. :-) Man trennt Katzen ja später auch mal, wenn sie sich zu sehr streiten.
      Und "überall" steht das sicher nicht. Im Gegenteil, im Internet steht alles Mögliche zum Thema Zusammenführungen... Ich halte mich persönlich an aktuelle Bücher von Verhaltenstherapeuten, die sich da alle recht einig sind, plus eigene Beobachtungen natürlich.

      lisipeasie schrieb:

      Mann mann, ich dachte echt die Frau von der Pflegestelle hat Ahnung.

      Hat sie sicher auch. Aber bei dem Thema sind Züchter und Tierschutz-Pflegestellen komischerweise kaum eine Hilfe. Die Erfahrung habe ich auch schon durch. Ich glaube, die haben einfach bessere Nerven als wir, wenn wir sowas zum ersten Mal machen. :haha Ein ruhigerer Mensch wirkt auch auf die Katzen ganz anders als ein Mensch, der selbst total unsicher ist.

      lisipeasie schrieb:

      Weiß auch nicht warum die Erstkatze so drauf ist, sie stammt vom Bauernhof und hat da in nem regelrechten Rudel gelebt.

      Na ja, da hat sie halt gelernt, wie man sich durchsetzt. ;) Passt schon. Alles halb so schlimm bisher.

      lisipeasie schrieb:

      Und jetzt mutiert sie hier zu kleinem Tyrann...immer am motzen.

      Na ja~ Schau, da ist jemand Fremdes einfach so ins Wohnzimmer marschiert. :haha Nimm es ihr nicht übel, okay?

      Aber natürlich sollte sie sich nicht auf Dauer so aufführen. Das darfst du ihr in den nächsten Tagen auch sachte beibringen, indem du dann nicht mehr zulässt, dass sie die Neue zu sehr drangsaliert. Nicht (viel) schimpfen, eher unterbrechen.

      lisipeasie schrieb:

      Und jetzt mutiert sie hier zu kleinem Tyrann...immer am motzen. Hin und wieder besucht sie die neue im versteck und faucht und knurrt sie an.

      das ist ganz normal :drdich und war hier nicht anders. Akiba hat sich zwar nicht versteckt, aber Lilly hat ihn die ersten 2 Tage auch ordentlich angefaucht, angeknurrt und teilweise gejagt.

      Ich schreib diese Situation immer wieder, aber sie ist mir einfach so im Gedächtnis geblieben: Akiba sitzt oden auf der Sessellehne kneift ganz fest die Äuglein zusammen, während Lilly auf der Armlehne sitzt und wie eine Verrückte am Knurren und Fauchen ist
      :sehnix

      Als dann Sara dazu kam, war es das gleiche Spiel. Da müssen die Neuen halt durch und in dem Alter gibt sich das auch nach ein paar Tagen wieder :drdich

      Mein ehemaliger Pflegekater saß auch erst 2 Tage unterm Sofa und hat nur minimal was gefressen. Einfach immer was anbieten, meistens fressen sie dann über Nacht was.

      :herz
      "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Amiga de los animales“ ()

      Wie lange ist Cloe denn eigentlich schon da? Eigentlich gilt als (ziemlich gute!) Faustregel, dass die ersten drei Tage die schlimmsten sind. Danach wird es besser.

      Ich würde jetzt trotzdem die Tür schließen, damit alle mal zur Ruhe kommen - du auch. ;)
      Aber das mit den drei Tagen passt bei Kitten und anderen unkomplizierten Konstellationen erstaunlich oft.

      Edit: Und wenn es nicht klappt mit den drei Tagen, ist dann trotzdem noch nichts verloren. Man kann auch nach drei Tagen der "Einfach-Zusammenlassen-Taktik" noch mal mit einer kontrollierten ZF von vorn anfangen, wenn man merkt, dass es so einfach doch nicht funktioniert.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Song“ ()

      Samttatze schrieb:

      Schade, dass du den Aussagen der Pflegestelle blind vertraut hast.


      Da muss ich wiedersprechen, ich war bei 3 verschiedenen Tierheimen bzw. Pflegestellen bis ich Cloé gefunden habe. Und ich habe an jeder Stelle die gleichen Fragen gestellt. Bei der Frage der Zusammenführungen waren sich alle einig: direkt zusammen und alles wird gut.

      Amiga de los animales schrieb:

      Mein ehemaliger Pflegekater saß auch erst 2 Tage unterm Sofa und hat nur minimal was gefressen. Einfach immer was anbieten, meistens fressen sie dann über Nacht was.


      Ja das hoffe ich auch, also das sie nachts ein bisschen was futtert. Ich hab ihr jetzt ein bisschen Trockenfutter in die Höhle gelegt, das hat sie auch gefuttert. Und das gute ist, das Molly das nicht so gerne mag, deshalb klaut sie ihr das sicher nicht. Molly mag glücklicherweise am liebsten Nassfutter :D

      Song schrieb:

      Ich würde jetzt trotzdem die Tür schließen, damit alle mal zur Ruhe kommen - du auch.


      Würde ich wohl auch machen, aber Cloé ist vom Versteck im Gästezimmer (was dann ihr Raum wäre) ins WOhnzimmer in den Kratzbaum geflüchtet, das ist ganz klar Mollys Teil der Wohnung.
      Sollte ich sie da jetzt rausfischen? Von alleine kommt sie bestimmt nicht, aber ich will sie ungern zwingen...

      Meh, naja. Ich mache Molly keine Vorwürfe, ich glaube sie ist ein bisschen eifersüchtig und wahrscheinlich auch ängstlich...

      lisipeasie schrieb:

      Sollte ich sie da jetzt rausfischen? Von alleine kommt sie bestimmt nicht, aber ich will sie ungern zwingen...

      nee, lass sie da mal......... und wie eben schon geschrieben (hat sich wahrscheinlich mit Deinem Beitrag überschnitten) für einen Tag bei Euch ist das alles noch normal :drdich

      Molly wird ja wahrscheinlich wieder bei Dir im Bett schlafen und dann hat Chloe über Nacht auch erstmal Ruhe.


      :herz
      "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"

      lisipeasie schrieb:

      Da muss ich wiedersprechen, ich war bei 3 verschiedenen Tierheimen bzw. Pflegestellen bis ich Cloé gefunden habe. Und ich habe an jeder Stelle die gleichen Fragen gestellt. Bei der Frage der Zusammenführungen waren sich alle einig: direkt zusammen und alles wird gut.

      Kenne ich, glaube ich dir. Und die klingen dann auch sehr überzeugend. :drdich

      Bei denen mag es auch so funktionieren. Kann ja alles sein. Aber oft genug klappt es eben so nicht und das sind dann die Fälle, die dann - nach der wirklich gescheiterten ZF - bei den Katzenverhaltenstherapeuten oder in Foren auftauchen. Ich habe mich ja wegen meiner persönlichen schwierigen ZF erst mit dem Thema wirklich beschäftigt und hab mir jetzt über die Jahre eine ziemlich nette Büchersammlung dazu aufgebaut... Und es ist schon wirklich so, dass durch die Bank die allgemein beliebten und aktuellen Verhaltenstherapeuten wirklich alle zu langsamen und kontrollierten Zusammenführungen raten. Da kannst du in die USA zu Jackson Galaxy schauen, oder in Deutschland bei Birga Dexel (deren Bücher besser sind als die TV-Sendungen, wirklich) oder Christine Hauschild.

      Viele Katzen packen auch solche Hau-Ruck-Zusammenführungen. Man hat vor allem den Vorteil, dass es schnell geht, wenn es denn klappt. Aber die langsamen haben letztendlich gerade bei schwierigeren Konstellationen bessere Erfolgschancen, weil man es damit nicht mehr so sehr dem Zufall überlässt, welche Art Erfahrungen die Katzen nun miteinander machen.

      Bei jungen, gut sozialisierten Katzen bin ich wie gesagt auch eher für eine schnelle Zusammenführung. Man muss es nicht unnötig kompliziert machen. Aber auch dann wird die neue Katze idealerweise am Anfang mal separiert und nicht sofort ins Wohnzimmer gestellt...
      So, ich gebe mal ein kurzes Update. Also Cloé ist etwas mehr angekommen, sie kommt ab und zu mal aus ihrem Versteck, nimmt Leckerli an und lässt sich streicheln. Ob sie trinkt und aufs KLo geht weiss ich nicht, aber sie hat auf jeden Fall gefressen. Auch ein mal aus Mollys Napf und das war keine gute Idee...

      Mollys Verhalten hat sich jedoch nicht groß geändert. Sie brummt, knurrt und faucht immer noch. Heute ist sie zwei mal ganz schön auf Cloé zu gerannt, fauchend, da hat sich der Neuling wahnsinnig erschreckt. Trennen konnte ich sie leider immer noch nicht. Cloé sitzt unter der Couch oder im Kratzbaum, ins Gästezimmer geht sie nicht mehr und ich trau mich nicht sie ienfach zu packen. Zum einen hat sie schon echt große Krallen und ich weiß auch nicht wie sich das auf ihren Gemütszustand auswirken würde...

      Was meint ihr? Alles noch im Rahmen?
      Für Tag 2 im Rahmen. Solange sie nur fauchen und Cloe insgesamt mutiger wird...

      Aber in den nächsten paar Tagen sollte es sich wirklich langsam bessern. Und sollte es schlimmer werden und eine der Katzen unsauber werden, sich komplett zurück ziehen (mehr als 24 Stunden), oder es zu richtigen Kämpfen kommen (bei Kitten eher unwahrscheinlich), dann trenn die zwei bitte. Da findet sich schon eine Tür. Ist ja erstmal egal, wer welchen Teil der Wohnung hat.

      Für den Moment ist es aber anscheinend noch okay.
      So, also ich werde die zwei heute abend mit Hilfe meines Freundes trennen. Aber Cloé muss ins Gästezimmer. Molly aus dem Wohnzimmer zu holen ist glaube ich einfach keine gute Idee. Das ist ihr zu Hause, da frisst sie und da war sie von Anfang an untergebracht. ich werde mir also heute einen Weg überlegen wie ich Cloé da rausbekomme.

      Gestern dachte ich kurz es wäre besser geworden. Sie lagen beide auf nebeneinander stehenden Stühlen und es wurde nicht gefaucht und gekeift, aber das hielt nur kurz an. Besonders wenns ums Fressen geht, gönnt Molly der Cloé einfach gar nichts. Auch wenn ihr Napf noch voll ist, geht sie zu Cloé und verscheucht die Arme von ihrem Napf.

      Wenn ich die zwei getrennt habe, was denkt ihr wie lange sollte das so bleiben?

    MietzMietz to go