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Bodenbelag

      Bodenbelag

      Es soll ja Leute geben, welche zum Zwecke der Verschönerung ihres Heimes öfter mal Veränderungen vornehmen.
      Seien es neue Gardinen, Tapeten oder auch ein neues Fußbodendesign.
      Letzteres ist bei mir nicht unbedingt notwendig.
      Dafür sorgt schon mal das Katzenvolk.
      Nur ist eben die Inbrunst mit der sie dafür sorgen manchmal etwas... unbequem.

      *
      Rühren, rühren, rühren, sonst brennt’s an. Die Mehlschwitze mit Zwiebeln soll die Grundlage für ein leckeres Gericht bilden und da muss man höllisch aufpassen, daß nichts daneben geht, vor allem, da ich kein Freund angebratener Holzkohle bin.
      Also rühren, rühren, rühren, und ich musikalischerweise dazu: „La la“ (alte deutsche Weise)
      Und, himmelherrgottsakrament, mitten im schönsten Rühren klingelt das Telefon.
      Es ist jetzt 18:30 Uhr, also eine durchaus soziale Zeit, jemanden anzurufen.
      Nun habe ich zwar, wie die meisten, ein schnurloses Telefon, doch ausgerechnet wenn angerufen wird und ich in der Küche zugange bin, liegt es auf der Basisstation.
      Also, wenn’s wirklich wichtig ist, wird sich der Anrufer später noch mal melden, ich muss mich jetzt um die Mehlschwitze kümmern.
      Soweit so gut gekocht.
      Doch das Telefon hört nicht auf, meine Räumlichkeiten akustisch zu vergewaltigen.
      So wie’s aussieht, scheint es doch wichtig zu sein. Womöglich ist’s Evi und sehr wichtig.
      Also fix die Herdplatte ausgeschaltet und den Topf so gut es geht von derselbigen geschoben.
      Dann schnell in’s Wohnzimmer.
      Es wird doch nichts schlimmes passiert sein, so wie das klingelt.
      Plötzlich und sehr laut „Mauuuu!!!!!“ gefolgt von einem stechenden Schmerz in der Wade.
      Das war Tapsi! In der Hektik bin ich offensichtlich fast auf ihn draufgetreten und er hat sich verständlicherweise gewehrt.
      Zu meiner Entlastung muss ich aber anmerken, daß im Wohnzimmer ein hellbrauner Laminatboden verlegt ist, der den Kater optisch fast unsichtbar macht.
      Vielleicht war er heimlich bei der Bundeswehr und hast geübt, wie man sich tarnt.
      Ein Zorn über den Anrufer baut sich langsam auf.
      Wenn das jetzt nicht extrem wichtig war, dann...
      Es meldet sich eine mir unbekannte Frauenstimme´.
      „Guten Tag, mein Name ist (habe ich vergessen). Darf ich Sie fragen ob Sie mit Ihrem Stromtarif zufrieden sind? Ich könnte Ihnen ein interessantes Angebot...“
      Weiter kommt das anrufende Flittchen nicht. DESWEGEN habe ich fast Tapsi umgebracht und bin dabei selbst lebensgefährlich verletzt worden? Miststück!
      Eigentlich bin ich ja ein friedliebender Mensch, der jedem sein Stück Kohle gönnt, aber man darf mich nicht reizen!
      Prostitution und Völlerei, das geht zu weit!
      Die Anruferin bekommt das verbal ab: „&&(%**!§§#<§!?x!!“ (alte deutsche Schimpfwörter).
      Das ist nun schon der fünfte Werbeanruf in zwei Wochen!
      Nach dieser akustischen Gegenoffensive hat die Werbehexe kommentarlos aufgelegt.
      Ich muss mich erst mal beruhigen und um Tapsi kümmern.
      Doch der: „!!x?§>#§§!**%)&&“ ( alte felide Schimpfwörter, hier die deutsche Übersetzung: „&&(%**!§§#<§!?x!!“ )
      Aber dann beruhigt er sich wieder und will sogar schmusen.
      Demut und Bescheidenheit, Kater, was legst du dich auch so einfach mitten auf den Boden.
      Ach lassen wir das lieber, es ist ja alles wieder gut.
      In der Küche ist mittlerweile nur noch etwas undefinierbares Schwarzes im Topf.
      Jedenfalls hat es mit Röstzwiebeln nichts mehr gemeinsam, eher mit grobem Ruß. Völlig ungenießbar.
      Mist, dann gibt’s halt zwangsläufig Ravioli kalt aus der Dose.
      Später will ich mir nach dieser Aufregung zum Zwecke der Entspannung eine Videokomödie reinziehen.
      Möglich ist dies aber erst, nachdem ich Edward auf der Couch ein wenig zur Seite geschoben habe.
      Der hat sich’s dort gemütlich gemacht, maunzt beleidigt und verzieht sich.
      Na ja, so ganz nicht, er platziert sich ausgestreckt auf dem Boden vor der Couch.
      Also was jetzt, bist du ein Kater oder ein Bettvorleger, ähh... Couchvorleger?
      Doch der Kater läßt sich nicht stören, was zur Folge hat, daß ich zu einem späteren Zeitpunkt, als ich mir ein Getränk holen will, wahrhaft akrobatische Verrenkungen anstellen muß, um nicht auf ihn draufzutreten.
      Verstehe einer das Katzenvolk!
      Ich wollte ihn ja nicht komplett von der Couch verbannen, sondern nur ein wenig Platz schaffen.
      Zwei Tage später verschärft sich die Situation ein weiteres mal.
      Frühmorgens will ich nach dem täglichen Fütterungsritual in’s Bad und wäre dort fast über Belle gestolpert.
      Die hat sich nämlich nach der sommernächtlichen Hitze auf dem kühlen Fliesenboden im wahrsten Sinne des Wortes breitgemacht.
      Ich versteh das nicht, sie war doch Sekunden vorher noch am Futternapf.
      Wirre Gedanken schießen mir durch den Kopf, von einer Wohnung, deren Bodenbelag aus lauter Fellnasen besteht,
      die äusserst beleidigt reagieren, wenn man sie wegschiebt um wenigstens die Wohnung in geringem Umfang gehend zu nutzen.
      Jedenfalls liegen meine drei immer im Weg herum. Überall herumgelegen sind sie schon immer, doch jetzt ist es ziemlich heftig.
      Der Gedanke schleicht sich im Hinterkopf ein, daß da etwas im Busch ist, irgendwas, das ich nicht erkennen kann.
      Oder sie wollen mich einfach nur fertigmachen?
      Aber warum und wieso, keine Ahnung.
      Doch so wie’s aussieht, planen die etwas Größeres, keine Ahnung was, globaler Psychoterror, Weltherrschaft?
      Möglicherweise haben sie auch nur einen Kontrakt mit der Handwerksinnung der Bodenleger und das Ganze ist nur
      eine subtil abgekartete Werbekampagne.
      Wie dem auch sei, überall stolpere ich über die Drei.
      Mittlerweile bin ich, angesichts der Situation, bereit auch die absurdeste Theorie in Betracht zu ziehen
      Ich möchte wetten, wenn ich lernen würde, wie eine Fliege an der Decke zu gehen, würden sie mir selbst dort im Weg rumliegen.
      Ob es hilft wenn ich wirklich fliegen lerne?
      Ich glaube nicht, und so werde ich mich wohl mit dem aktuellen Zustand arrangieren müssen.
      So vergehen die Tage.
      Die Wettervorhersage hat für Freitag schwere Gewitter angekündigt.
      Jedoch besteht Hoffnung, das es nicht ganz so schlimm wird, denn das einzige, was die genau wissen ist, daß es nachts dunkel wird.
      Und es kommt! Doch zumindest hier in der Gegend nicht so schlimm wie anderswo.
      Allerdings hat es merklich abgekühlt und die drückende Hitze ist vorbei.
      Und, oh Wunder, wie auf Kommando hören die Miezen auf, einen neuen Bodenbelag imitieren zu wollen.
      Gelegentlich halten sie sich zwar immer noch an den unmöglichsten Orten auf, doch die große Liegesause scheint abgeklungen zu sein.
      Möglicherweise, nur vielleicht, hat ja die Sommerhitze zu den Herumliegeorgien der Teppichtorpedos geführt..
      Man stelle sich das mal vor, sobald der Sommer kommt, mutieren überall die Bodenbeläge zu feliden Stolperfallen
      Es könnte aber auch sein, daß sie nur abwarten, bis sie einen plausiblen Grund für ihre Aktionen finden.
      Ich sag’s ja, via Bodenbelag zur Weltherrschaft, was sonst?