Erziehungshilfe Wasserpistole?

      Erziehungshilfe Wasserpistole?

      Hallo liebes Forum,

      in den vergangenen Wochen habe ich mir einigen Folgen Der Haustiercheck mit der "Tierexperting" Kate Kitchenham in der ZDF Mediathek angesehen.

      Die Erziehungs- sowie Haltungstips von Frau Kitchenham bei Katzen haben mich sehr oft in Erstaunen versetzt. Doch jüngst sah ich mir die Folge 5 der zweiten Staffel an und damit die zweite (!) Folge, bei der die Erziehungshilfe Wasserpistole propagiert wurde.

      So fragt beispielsweise in o. g. Folge ein frisch gebackener Katzen-Halter, wie er seinen Katzen das Kratzen am Bett abgewöhnen kann (ab Minute 27). Frau Kitchenhams Antwort lautet, dass Verbieten bei Katzen sehr schwer ist, weil man "ganz schnell Vertrauen zerstören kann". Daher müsse man gerade am Anfang sehr vorsichtig sein mit klaren Ansagen Katzen gegenüber.... Sie rät desahalb dazu mit der Stimme "runterzugehen" und deutlich zu machen, dass man das Verhalten nicht mag - "und wenn das nicht hilft, kann man zu anderen Hilfsmitteln greifen wie z. B. einer Wasserpistole". Dabei soll man in dem Moment, in dem die Katze z. B. an der falschen Stelle kratzt "leicht" auf sie spritzen und das Ganze stimmlich mit einem Nein untermauern.
      :eek
      Öhm... ähm... Mir fehlen die Worte. Ich war, ich bin geschockt. Insbesondere, weil ich diesen Rat auch noch vor ein, zwei Wochen in einer Futterhaus-Info-Broschüre für neue Katzenhalter las. Bis zum Lesen der Lektüre und dem Sehen vom Haustiercheck unterlag ich dem Irrglauben, dass kein informierter Katzenhalter oder gar Experte zu solch einem Mittel greift bzw. empfiehlt. Ich kann nicht fassen, dass solche Ratschläge verbreitet werden.

      Nun würde ich gerne von euch wissen, wie ihr zu diesem Thema steht:

      Wie findet ihr es, dass solche Ratschläge Katzenhalterfrischlingen gegeben werden? Befürwortet oder lehnt ihr das ab?

      Nutzt ihr dieses Hilfsmittel in der Katzenerziehung? - Oder gibt es Situationen, bei denen ihr den Einsatz als zielführend erachtet? - Oder lehnt ihr den Einsatz dieses "Hilfsmittel komplett ab?

      Kurz und knapp: Was ist eure Meinung zur Erziehungshilfe Wasserpistole?

      Lg,
      Rike

      Frederike schrieb:

      Was ist eure Meinung zur Erziehungshilfe Wasserpistole?

      Davon halte ich gar nichts... Bei der Hundeerziehung eines der letzten Mittel, bei Katzen ein NO-GO.

      Alternative bei Kratzmarkierung an ungewünschten Stellen:
      ruhig umsetzen, mit einem bestimmten NEIN untermauern, stetige Wiederholung bis die Katze es schnallt, ausreichend Möglichkeiten zum Krallenschärfen bieten

      Oder man macht's so wie ich... Lasse sie halt machen... Bin da nicht so ete­pe­te­te. :pfeif
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      Ich kann zu dem Thema Praktisches berichten - und bin von der Methode kuriert (keine Angst - nicht bei meiner eigenen Katze):

      Kitty liefert sich ja fleißig Prügeleien mit dem Nachbarskater - je näher es Richtung Katzenklappe, also Revier 1. Ordnung von Kitty geht, desto heftiger. Nachdem die Schreiereien und Kloppereien auf der Terrasse, vor und IN der Klappe mir zunehmend an die Nerven gingen, habe ich mal eine Weile versucht, den Kater mit Wasserspritze zu vertreiben. Ende vom Lied: Der Kerl ist penetrant wie eh und je bei Kitty, aber HASST mich! Sobald ich mich ihm mehr als 2-3 Meter nähere, stellt er alles auf, springt mir etwas entgegen, macht sich groß, drückt die Vorderbeine nach außen-vorne durch, faucht, "fletscht" die Zähne... Ich habe das so noch nie in der Form bei einer Katze gesehen, voll auf Angriff / Aggressivität. Ich habe inzwischen großen Respekt vor ihm und mache immer einen Bogen um ihn. Und das habe ich mir ganz alleine selber eingebrockt :sehnix ... Vorher konnte ich ihn sogar mal anfassen. Ich habe es mir durch diese Maßnahme total mit ihm verscherzt - und kann nur jedem raten, das bei seiner eigenen Katze zu vermeiden. Was gäbe ich darum, wenn er einfach nur wie Kater Nr. 2 abhauen würde - aber da war er nie der Typ für und nun habe ich aus einem aufdringlichen Nachbarskater einen mir gegenüber aggressiven Kater gemacht :( ... Sein Interesse am Bereich, in dem Kitty und ich ihn eigentlich nicht haben wollen, ist weiterhin ungebrochen - "Erziehungseffekt" also gleich Null.
      Grüße von Britta und dem Müffchen vom See!

      "Eine Katze kommt nicht immer, wenn du sie rufst - aber sie ist immer da, wenn du sie brauchst :love: ."
      Wasserpistole würde ich auch nie machen, was ich allerdings mache, wenn Nachts unten Katergeschrei ist, dass ich dann ein Glas Wasser vom Balkon kippe, natürlich nicht auf die Kater drauf, die sind ja eh meist noch ein Stück die Straße rauf oder runter.
      Vom 2. Stock platscht das Wasser ordentlich laut auf, da stieben sie dann aber richtig fix auseinander.

      Wenn Sara an den Korbsitzflächen der Stühle kratzt, (obwohl da schon extra Kissen draufliegen), schimpf ich kurz und schieb sie runter. Kommt zum Glück nur ganz selten vor. Wenn es meine eigenen Stühle wären, fände ich das nicht ganz so dramatisch, aber da ich möbliert wohne............. lieber nicht :klugscheisser

      Am Futterplatz konnte ich mir mit einer Wasserflasche, die ich eigentlich dabei hatte um Trinkwasser aufzufüllen, aber schon mal bei zwei großen Hunden Respekt verschaffen, die auch ans Futter wollten und soch ziemlich aufdringlich wurden.
      Seitdem sind die seeehr vorsichtig und halten Abstand, solange ich da noch stehe, inzwischen ohne Wasserflasche
      :haha
      :herz
      "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"

      Wasserpistole find ich auch viel zu scharf, würde ich nicht benutzen.

      Bei Shiela war ich ja ein totaler Katzenneuling, hatte das auch irgendwo gelesen.
      Als Shiela öfters auf die Arbeitsplatte der Küche sprang, zu einer Zeit als sie schon richtig zahm war, da nahm ich einmal die Blumenspritze, das ist ja nur so ein Sprühnebel. Ich sah sie dabei auch nicht an sondern sprühte so nebenbei - ich glaube sie merkte gar nicht dass es von mir kam. Sie sprang runter und setzte sich unter den Küchentisch als würde es regnen. Sie ist dann auch nicht wieder drauf gesprungen, erst als irgendwann Sammy hier einzog und ihr zeigte dass man eigentlich alles darf.

      Später erzog ich dann beide mit Klickern und Belohnung, was gut klappte. Und wenn sie an unerwünschten Stellen kratzten setzte ich sie an den Kratzbaum, machte es ihnen auch vor dort zu kratzen, wenn sie es taten kriegten sie eine Belohnung. Durch das Klickern später wurde auch die Kommunikation zwischen uns viel besser.

      Ich finde den Sprühnebel einer Blumenspritze nicht schlimm, denke aber dass es eh nicht bei jeder Katze wirkt. Eine Zeitlang dachte Shiela anscheinden auf der Arbeitsplatte regnet es :stirnklatsch

      LG
      Doris
      Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich

      Kenianisches Sprichwort
      Meine erste Katze habe ich 1997 bekommen. Erstes Haustier überhaupt, ein, zwei Bücher gelesen und damit schon die mit der meisten Ahnung von Katzen in der Familie. Wir sind wirklich hoffnungslos naiv dran gegangen.
      Damals war jedenfalls der Stand der Dinge in der Katzenerziehung: Leichter Klaps auf die Nase + "Nein", denn: "Das macht die Katzenmutter ja genau so" (Irgendwie hält sich das Argument gut über die Zeit. ;) )
      Etwas später wurde dann die Wasserpistole bekannt - woanders sicher schon früher; wir hatten relativ spät Internet. Das war die gewaltfreie Erziehung, und so schön unpersönlich und gaaar nicht traumatisierend und so... :D (Danach kamen dann die Tipps mit Anpusten / Anfauchen, bin gespannt, wann das auch als Tierquälerei bezeichnet wird. :roll )

      Nun ja. Ich finde ganz pragmatisch, Katzenerziehung klappt mit positiver Bestärkung einfach viel besser, als mit Strafen jeglicher Art. Also ist das jetzt für mich das Mittel der Wahl.
      Wasserpistolen kann man, finde ich, einsetzen, wenn man Freigänger hat, die den Nachbarn auf den Keks gehen. Ehe die Nachbarn mit Steinen werfen, sollen sie lieber Wasser nehmen. Solche Kampf-Kater wie bei Müffchen dürften ja eher die Ausnahme sein. ;)

      Aber für die Situationen, die im Beitrag anscheinend gezeigt wurden, finde ich Wasser a) völlig übertrieben und b) wahrscheinlich nicht besonders effektiv. Und der Katze vorher noch wortreich erklären, warum man das Verhalten jetzt nicht so super findet, das ist einfach cool. :haha Manche Leute haben Ideen...
      Ich halte auch nicht von der Erziehungsmethode. :(

      Die Folgen habe ich auch alle gesehen und ich habe mich auch ab und zu gewundert und war absolut nicht einverstanden.

      Wir sehen das ja alles mit anderen Augen, aber ich habe dann oft Bauchschmerzen wenn ich denke, dass auch Leute mit 0-Ahnung zuschauen und für die ist es ja eigentlich auch gedacht.
      Viele Grüße von Jana & den drei Briten-Mädchen
      Ich finde auch, dass es nicht nur Blödsinn ist, sondern absolut nicht zum lernen beiträgt. Entweder macht es den Katzen nichts aus, dann hilft es nicht, oder es versetzt sie in Stress und dann sind sie auch blockiert. Dazu finden sie dich dann noch so richtig doof.

      Freunde von mir haben das mal gemacht. Die hatten die immer neben sich stehen und wenn der Kater an der Tür gekratzt hat, reichte es schon sie in die Hand zu nehmen. Darauf waren sie stolz. Es ist aber auch so viel bequemer. Man muss nicht mal vom Fernsehsessel aufstehen, oder irgendwie in Kontakt mit der Katze treten Komisch nur, dass der Kater immer wieder an der Tür gekratzt hat. Der hat einfach nicht kapiert was die von ihm wollen.

      Ich werde hier auch schon mal lauter, aber das ist impulsives Verhalten aus der Situation heraus. Nicht toll vielleicht, aber für Jeden glaube ich nachvollziehbar und eben menschlich. Wasserspritze ist sowas wie geplante Bestrafung. Die ungewollte Situation muss ja erst mal auftreten, damit Du zur Tat schreiten kannst. Da plane ich doch lieber die Belohnung, wenn sie was tolles machen :yes

      Ich finde es schlimm, dass sowas noch propagiert wird von "Leuten die Ahnung haben" :stirnklatsch
      Liebe Grüße,
      Heike

      Hier sind wir :-)

      "Jeder, der eine Weile mit einer Katze zusammengelebt hat, weiß, dass die Tiere unendlich viel Geduld mit den Grenzen des menschlichen Verstandes haben." C. Amory

      Kaya&Stella schrieb:

      Ich werde hier auch schon mal lauter, aber das ist impulsives Verhalten aus der Situation heraus.


      geht mir hier auch so, aber ich finde das okay, weil es ehrlich ist und weil ich glaube, dass die Katzen oder auch Zoey das verstehen und viel besser damit zurecht kommen, als wenn ich nix sage, aber trotzdem sauer bin und keiner weiß warum. Das spüren die ja auch.
      Dann lieber eInmal ordentlich und zum richtigen Zeitpunkt geschimpft, und alles ist wieder gut.

      Katzen sagen sich ja auch untereinander die Meinung und anschließend wird wieder zusammen gekuschelt ;)
      :herz
      "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"

      Still_Shining schrieb:

      Wasserpistolen kann man, finde ich, einsetzen, wenn man Freigänger hat, die den Nachbarn auf den Keks gehen. Ehe die Nachbarn mit Steinen werfen, sollen sie lieber Wasser nehmen. Solche Kampf-Kater wie bei Müffchen dürften ja eher die Ausnahme sein.

      Jo - denke ich auch. K​itty würde sowas auch durchaus beeindrucken - Kater Niki ist eigentlich gar kein Kampfkater (eher ist Kitty ja die Schwester Rabiata) - aber der hat halt Selbstbewusstsein bis unter alle vier Achseln. Von daher würde ich auch sagen: entweder verschreckts die Mietz - oder es bringt nix und verkehrt sich sogar (wie hier - wobei ich ja auch sonst kein Vertrauensverhältnis zu ihm habe) ins Gegenteil: Selbstbewusste Katzen scheint es eher aggressiv zu machen. Und das will man ja als allerletztes....
      Grüße von Britta und dem Müffchen vom See!

      "Eine Katze kommt nicht immer, wenn du sie rufst - aber sie ist immer da, wenn du sie brauchst :love: ."
      Ich persönlich finde, dass wenn man seine Katze bei irgendwas erwischt was sie nicht darf, dann reicht es wenn man mit den Kommando "Nein" in einen wütenden Ton (nicht schreien) ihr verdeutlicht. Man könnte sie dann, um es noch deutlicher zu machen (zum Beispiel von der Couch an der sie grade gekratzt hat) wegsetzen. Mit Wasser die Katze zu verscheuchen zerstört das Vertrauen doch eher als wenn man sie einfach "anmeckert". Abgesehen davon: wann hat Mann da schon die wasserflache parat?
      Ich muss gestehen, dass ich das anfangs ein- bis zweimal gemacht habe, weil ich es zudem auch nicht besser wusste... :sehnix mein Dicker hat darauf relativ positiv reagiert in seinen kindlichem Leichtsinn muss ich sagen, allerdings lehne ich das mittlerweile auch ab... Wenn meine beiden Mietzen Unfug machen, den sie ausdrücklich und natürlich schon hundert mal wiuederholt, nicht tun dürfen ;) .. nehme ich zB den kleinen Dicken hoch und schimpfe ihn - in ruhigen aber bestimmenden Ton - aus xD und ermahne ihn, was ich ihm denn schon so oft gesagt habe :haha innerlich muss ich immer lachen und mein Freund guckt dann immer ganz traurig :( und sagt > Oh :( jetzt tut er mir ganz doll leid und ich möchte ihn bekuscheln! < :left-right und dann muss ich wieder die Böse sein... aber die kleinen nehmen einem das gar nicht böse und dann kann man sie wieder vollends bekuscheln :klugscheisser :inlove .
      :hase :schmetterling Katzen liegen nicht faul herum. Sie verschönern den Raum. :katze :blumenstrauss