Ich komme mit der adoptierten Katze nicht klar

      Ich misch mich auch mal ein.

      Bei völliger Überforderung kann man sich so einen Ausrutscher mal erlauben finde ich.
      Ich habe meine Tiger schön gröber des Raumes verwiesen, wenn mir der Kragen geplatzt ist.
      Blöd ist in dem Fall halt, dass der Kater ja generell noch nicht angekommen zu sein scheint und eh schon verunsichert ist.
      Meine nehmen es mir halt nicht übel, wenn ich mal ausraste, er offensichtlich schon.

      @IversonX
      Ich würde gerne noch mal auf das Spielen eingehen. Das Katzen überhaupt nicht spielen ist eher selten. Viel mehr liegt es meistens am gewählten Spielzeug oder der Art des Spielens. Mit Katzen spielen will gelernt sein. Jede Katze hat andere Vorlieben und die gilt es zu finden. In deiner Aufzählung der Haustiere habe ich nix von Katzen gelesen, daher gehe ich davon aus, dass dein Erfahrungsschatz in Katzenspielen nicht sehr groß ist, aber das ist kein Problem, man lernt nie aus ;)
      Ich habe z.B. einen ganzen Schrank voll Spielzeug, aber nur 2-3 Teile sind wirklich interessant. Der Rest wird in Sekunden langweilig.
      Probiert mal verschiedene Spielzeuge aus, interaktive, welche mit Geruch, welche die knistern, rascheln etc.
      Wenn du mit eine Angel arbeitest, beweg sie von der Katze weg, lass sich die Beute hinter Ecken verstecken und möglichst unvorhersehbar bewegen. Viele mögen Beute am Boden, andere fangen lieber "Vögel". Probiere einfach mal ein bisschen rum. Las dich nicht irritieren, wenn er erst mal nur beobachtet, auch das gehört mit zur Jagdsequenz und ist für die Katze bereits der Beginn des Spiels.
      Einfach vor der Nase baumeln z.B. funktioniert glaube ich bei keiner Katze.

      Spielen ist für Katzen sehr wichtig. Es hilft überschüssige Energie loszuwerden (das könnte auch ein Punkt für die nächtlichen Ruhestörung sein) und stärkt das Selbstbewusstsein der Katze (dann geht die Schreckhaftigkeit und Hysterie vielleicht etwas zurück). Außerdem hat es den schönen Nebeneffekt, dass es die Katze -Mensch Beziehung festigt (auf beiden Seiten).

      Holt euch mal eine 2. Meinung beim TA (Tierarzt). Wenn geklärt ist das er gesundheitlich wirklich fit ist und auch das Gehör gut funktioniert, dann könnt ihr an der Jaulerei in der Nacht arbeiten. Das Kerlchen muss gefordert werden, dann werden die Nächte ruhiger. Denkbar wäre auch ein Fummelbrett anzuschaffen, dann kann er sich noch weiter Beschäftigen wenn ihm langweilig wird und ihr schlaft oder er Hunger bekommt (Gehirntraining macht außerdem auch müde ;) ).
      Wenn das Jaulen der Versuch ist Aufmerksamkeit zu bekommen, dann hilft nur eins: ignorieren, ignorieren, ignorieren! Selbst meckern ist schon eine Bestätigung und bestärkt ihn. Das kostet erst mal jede Menge Nerven, wird aber normalerweise irgendwann besser.

      Kratzen an Möbeln:
      Meist helfen da nur Alternativen. Wenn sich Katerchen eine Stelle als geeignet ausgeguckt hat, bleibt nur der Versuch eine erlaubte attraktive Alternative direkt daneben aufzubauen und die ursprüngliche Stelle unangenehm zu machen (doppelseitiges Klebeband an der Stelle o.ä.), gut eigenen sich Kratzsäulen, Bretter an der Wand etc. muss ja nicht immer gleich ein ganzer Kratzbaum sein.

      Ansonsten hilft nur viel Geduld. So ein alter Herr stellt sich nicht so schnell auf neue Lebensumstände ein. :dadr:
      "There are two means of refuge from the miseries of life: music and cats."
      - Albert Schweitzer

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      Ja, es hat sich schon einiges getan. Wir haben erstmal entschieden nicht zum Arzt zu gehen und ein paar Sachen anders zu machen. Sein Stuhlgang hat sich merklich verbessert. Es riecht auch nicht mehr so schlimm, bzw. ich merke es fast schon nicht mehr. Wir geben dem Kleinen immer nur kleinere Häppchen verteilt über dem Tag, statt gefühlt eine ganze Schale voll morgens Mittags und abends.. Es macht den Anschein nach, als wenn er das besser verträgt. Wir haben das Jaulen auch etwas genauer beobachtet, er jault nur wenn wir gerade ihn nicht beachten oder wenn wir halt am schlafen sind. Er fängt nämlich meistens dann direkt an zu jaulen. Das haben wir letztens bei einem Mittagsschlaf oder wenn ich vertieft am PC sitze und arbeite gemerkt. Vorher war es bisher immer so, dass er überall Zugang hatte, leider müssen wir von nun an die Wohnzimmertür (sein Rückzugsort) immer zu machen, weil sonst jault er ununterbrochen in der Nacht und ich kriege keinen Schlaf. Morgens vor der Arbeit wird die Tür aber direkt geöffnet und er bekommt Futter von mir. Meine Freundin meinte auch ich sollte mich öfters mit ihm beschäftigen, auch wenn es erstmal nur streicheln und füttern ist. Es ist irgendwie komisch, aber mir ist auch aufgefallen der Kater merkt, dass ich mittlerweile leider eine leichte Abneigung gegen ihn habe. Komischerweise wenn wir Nachhause kommen und beide in die Tür rein kommen, kommt er meistens immer zu mir. Ja, ich habe sogar das Gefühl der Kater "verfolgt" mich überall wo ich hingehe? Als wenn er sich mit mir beschäftigen möchte? Dabei schüttet meine Freundin unendlich Liebe, Geduld und Zuneigung aus. Wir suchen aber noch vergeblich nach Spielzeugen.

      IversonX schrieb:

      Komischerweise wenn wir Nachhause kommen und beide in die Tür rein kommen, kommt er meistens immer zu mir.


      Ja klar, aus Katzensicht verhälst du dich ja wahrscheinlich auch äußerst höflich ;)
      Eine Katze sucht sich aus einer riesen Runde Gäste immer genau die Person, die am wenigsten mit ihr zu tun haben will und sie ignoriert.
      Viele tendieren dazu Katzen die ganze Zeit anzugucken und zu locken, oder gar ungefragt zu streicheln. Aber gerade das aufdringliche Angucken und "Bedrängen" mögen Katzen eigentlich überhaupt nicht.
      Deine unterschwellige Abneigung führt wahrscheinlich dazu, dass du den Kater öfter ignorierst und einfach in Ruhe lässt... sehr sehr höflich :D

      Das Jaulen müsst ihr wirklich konsequent ignorieren, sonst hört er nie auf.
      Das verschließen des Rückzugsortes ist allerdings aus meiner Sicht nicht so optimal. Wo kann er sich denn aufhalten wenn das Wohnzimmer zu ist? Gibt es die Möglichkeit einen zweiten Rückzugsort für ihn zu gestalten?

      Wenn das Kerlchen verfressen ist, könnt ihr ihn vielleicht mit Clickertraining auspowern wenn alles Spielen bisher nicht klappt.
      "There are two means of refuge from the miseries of life: music and cats."
      - Albert Schweitzer

      Nein wir schließen ihn in sein Rückzugsort ein - das Wohnzimmer (Futter und Katzenklo ist auch vorhanden). Aber natürlich nur wenn wir schlafen. Wir haben es letztens nochmal versucht ohne die Tür zu schließen, aber keine Chance. Der Kleine jault bis zum Morgengrauen. Er legt sich auch nicht zu uns oder so er jault einfach ununterbrochen. Er mag das spielen mit dem Laserpointer übrigens. Wir planen auch Ende nächsten Jahres in eine größere Wohnung zu ziehen. Vielleicht kann der Kleine dann raus gehen.

      Still_Shining schrieb:

      Und beim Tierarzt wart ihr jetzt gar nicht mit ihm?


      Das geht mir auch nicht aus dem Kopf.

      Bei einem alten Kater sollten ohnehin, auch bei normalem Verhalten, eine Blutentnahme und eine Urinuntersuchung gemacht werden. Evtl auch eine Ultraschalluntersuchung vom Bauch.

      Hat er eigentlich immer allein gelebt, oder gab es weitere Katzen?
      Gruß, Heidrun

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Fania“ ()

      Nein, wir glauben mittlerweile ihm geht es gut. Wir waren ja letztens beim Arzt und uns wurde gesagt er sei absolut gesund. Ich weiß zwar nicht was ihr unter Jaulen versteht, aber es ist nicht so als würde er leiden. Wir sind mittlerweile felsenfest davon überzeugt, dass er nur jault bzw. miaut weil er langweile hat und Aufmerksamkeit sucht und wir schon länger schlafen. Wenn wir wach sind - NIE.
      Der Arztbesuch "letztens" - war das der mit der einen Spritze?
      Wenn ja, dazu haben wir dir ja schon ausführlich geschrieben. ;) In dem Alter sollten grundsätzlich die Organwerte regelmäßig überprüft werden. Dass unsere 14jährige Katze schwer krank war, haben wir genau an dem Abend vermutet und erfahren, als sie dann gestorben ist. Katzen können sowas gut verstecken.
      Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse (Diabetes) und Nieren sind auf jeden Fall Kandidaten, die man im Blick haben muss. Mindestens zwei davon können eben auch mit dem penetranten Jaulen zu tun haben.

      Du hattest eingangs geschrieben, dass du bereit wärst, an dem Problem zu arbeiten. Ist jetzt deine einzige Lösung, den Kater nachts wegzusperren? Soll das auf Dauer so bleiben?
      Also ich muss das hier nicht über das Internet diskutieren. Wann waren wir beim Arzt? Vor 4 Wochen? Was verstehst du denn unter, dass er nur jault wenn wir fest schlafen nicht ? Er macht das NIE tagsüber oder wenn wir spät in der Nacht wach sind. Nur halt wenn wir schlafen. Ich weiß das hier einige von euch für ihre Katzen über Leichen gehen würden, aber jetzt so zu übertreiben? Versteh mich nicht falsch. Wenn wir irgendwelche Symptome feststellen würden, dass es ihm nicht gut geht, würden wir sofort handeln und fahren, aber das ist einfach Fanatismus. Übrigens hat meine Freundin eine Lehre als Tierarzthelferin gemacht.
      Was denn für Leichen? :staun
      Ist eine Blutuntersuchung für euch so eine Katastrophe? Du hast dich unklar ausgedrückt, was den letzten TA-Besuch betrifft, deswegen hatte ich nachgefragt. Hätte ja sein können, dass ihr noch mal da wart. Man muss ja positiv denken.

      Was ist für dich so unverständlich daran, dass alte Katzen nun mal oft krank sind - und man ihnen das nicht unbedingt direkt anmerkt? Wenn du bei Katzen auf eindeutige Symptome wartest, hast du verloren. Das ist kein Fanatismus, das ist bei Beutetieren grundsätzlich so. (Und in der Natur wären Katzen halt auch Beutetiere für größere Räuber.)

      Ich hatte dich nicht nach deiner Meinung zu uns hier gefragt, sondern nach deinen Lösungsplänen.
      Hallo Iverson,

      ich las bisher in deinem Thread nur mit.

      Du schreibst, dass deine Freundin eine ausgebildete Tierarzthelferin ist. Umso mehr sollte sie doch daran Interesse haben, dass die Katze erneut gründlich untersucht wird, ob nicht doch eine versteckte Krankheit vorhanden ist.

      Wenn du es so siehst, dass es Fanatismus ist, wenn sich Katzenhalter lieber einmal zuviel als zuwenig an einen TA wenden, dann bin ICH gerne fanatisch. ;)

      Liebe Grüße
      Malini
      ehem. Patin des Dreibeinchens Balu vom KatzenTRaum e.V., der jetzt leider ein :stern ist.
      Patin von Reserl und Kessi, ebenfalls vom KatzenTRaum e.V.