Clicker-Training in den Alltag integrieren

      Clicker-Training in den Alltag integrieren

      Hallo Leute!

      Ich bin seit letzter Woche auch schon ganz fleißig mit meiner Lilly am Clickertraining dran und ihr macht es, soweit ich das beurteilen kann auch ziemlich Spaß. Insbesondere da sie, wie ich glaube alle katzen, alles für futter machen würde :D

      Der Grund wieso ich mit dem Clickertraining begonne habe war allerdings nicht nur meine Katze zu beschäftigen und ihr Abwechslung zu bieten, sondern auch ihr agressives Verhalten gegenüber unserem Kater. Sie lauert ihm auf wo sie nur kann und verkloppt ihn wirklich ständig. Jetzt möchte ich gerne dieses negative Verhalten durch positive Verstärker, also auch durch das Clickern abmildern, sodass sie merkt, dass ihr Verhalten nicht angebracht ist und es ihr mehr bringt ihn in Ruhe zu lassen. Ich weiß nur leider nicht wie ich das Training in den Alltag integrieren soll, also wann der beste Zeitpunkt für die Belohnung ist. Eher wenn der Kater an ihr vorbei geht und sie ihn nicht anfällt oder wenn sie ihn Lauerposition geht, ich nein sage und sie es dann unterlässt.

      Vielleicht habt ihr erfahrungen damit?

      Ganz liebe Grüße ;)
      Hallo isi,

      hm, also ein "Nein" würde ich vom Gefühl her nicht mit einer Belohnung verknüpfen wollen. Dann eher freundliches oder neutrales Verhalten, wie friedlich vorbei gehen, beschnuppern - je nach dem, was sie da überhaupt macht.
      Aber ständiges Verkloppen klingt generell problematisch. Weiß nicht, ob da reines Clickertraining hilft. Die beiden werden ja ein grundlegendes Problem haben, oder?

      Viel Erfolg jedenfalls :dadr:
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      Danke für die schnelle Antwort!

      Ja sie hat ein generelles Problem mit ihm. Sie setzt ihn auch anderweitig unter Druck indem sie zum Beispiel auf der Toilette auflauert, sich in Türrahmen legt oder von Plätzen verjagt. Ich weiß, dass ich sie beide auch nicht dazu bringen kann sich total zu mögen, aber ich versuche halt irgendwie eine Form des Miteinanders herzustellen, wenn auch nur nebenbei.

      Wir haben es auch schon versucht sie mit der Wasserspritze (ich weiß nicht so ideal aber irgendwann ist man echt ratlos) und Ausschimpfen probiert. Die Wasserspritze half eigentlich bis vor kurzem ganz gut. Aber ich denke das so eine positive Konditionierung nachhaltiger ist und sie mehr anspornt positives Verhalten zu zeigen. Ich denke ich werde es dann mal damit probieren, wenn sie ihm gegenüber neutrales Verhalten zeigt, sie zu belohnen. Mal schauen wie es so wird..
      Hallo :-)

      Deine Idee, Lilly ihre Attacken gegen ihren Kumpel über positive Verstärkung abzugewöhnen, finde ich grossartig. Von der Wasserpistole hingegen bitte ich dich gänzlich Abstand zu nehmen (siehe auch „Warum die Sprühflasche keine Lösung ist“ ) – im schlimmsten Fall nämlich verbindet Lilly dann ihren Kumpel mit dem fiesen Nass, und das würde zwischen den beiden alles nur noch schlimmer machen.

      Ich hatte hier bis vor rund einem Jahr eine ähnliche Situation: Zwei meiner Katzen kamen überhaupt nicht miteinander klar. Erst attackierte die eine aus schierer Panik alle anderen, dann beschloss eine der anderen, diesen Attacken ihrerseits mit Angriffen zu begegnen. Das Ganze war wirklich ziemlich dramatisch. In unserer Not bat ich eine Verhaltenstherapeutin um Rat, und diese stellte für uns dann ein Training für die Konditionierung zusammen. Etwas mehr als ein halbes Jahr tägliches Training war in unserem anfangs aussichtslos scheinenden Fall nötig – das soll dich jetzt aber nicht abschrecken, unser Fall war wirklich sehr extrem. Und: Heute leben dafür alle meine Katzen friedlich zusammen :love:

      Ich möchte dich aber zunächst fürs Gesamtbild erstmal fragen, wie lange die beiden schon zusammen leben – und ob es von Anfang an so war, dass Lilly ihrem Kumpel nachstellte bzw. seit wann das so ist? Sie sind sie beide etwa gleich alt und woher kamen sie zu dir? Hat sich irgendetwas Einschneidendes bei euch verändert (Umzug, Nachwuchs)?

      Obwohl man bei positiver Verstärkung eigentlich keinen Schaden anrichten kann, sondern das Training schlimmstenfalls halt einfach nichts bringt, würde ich dir raten, ebenfalls eine verhaltenstherapeutische Beratung in Anspruch zu nehmen, die euch abgestimmt auf die Charaktere deiner Katzen und eure Lebensumstände individuelle Trainingstipps gibt. Das wäre vermutlich einfach sehr viel zielführender bzw. effektiver als selber „rumzupropieren“, vor allem kann man halt auch konkrete Fragen stellen, wenn sich etwas verändert bzw. sich neue Situationen ergeben. Das Thema ist nämlich ganz schön komplex.

      Hier aber schonmal eine Übersicht in Laienworten, wie so ein Training grundsätzlich funktioniert, einfach zum Verständnis für dich und allenfalls andere Interessierte:

      Wichtig
      : Grundvoraussetzung beim Training mit Katzen ist, dass niemals getadelt geschweige denn gestraft wird. Wenn du nämlich zB. Lilly tadelst, wenn sie dem Kater zu nahe kommt, kann es passieren, dass sie den Tadel auf den Kater bezieht, und nicht etwa auf ihr eigenes Verhalten. Das würde Lillys Einstellung zu ihrem Kumpel zusätzlich negativ beeinflussen und die Situation zwischen den beiden verschlechtern.

      Entscheidend ist, dass immer nur über Belohnung für erwünschtes Verhalten konditioniert wird - dabei muss die Katze aber genau verstehen, was sie richtig gemacht hat. Dafür braucht ihr "Signale" (dazu gleich mehr). Wenn sie begreift, dass dieses Verhalten Lob oder Leckerli einbringt, wird sie es öfter zeigen. Unerwünschtes Verhalten hingegen wird von dir strikt ignoriert. So lernt die Katze, dass ihr dieses Verhalten nichts bringt - nicht einmal Aufmerksamkeit durch Tadel.

      Katzen sind ziemlich faule Jäger: Verhalten (= Jagdstrategie), das nichts bringt, wird bald unterlassen. Verhalten hingegen, das etwas Positives bringt, wird intensiviert :-)

      Nun zum praktischen Teil

      Um der Katze punktgenau klar zu signalisieren, welches Verhalten du dir von ihr wünschst, brauchst du das oben erwähnte Signal. Deine Reaktion bis du ein Leckerli rausgefummelt oder zu ihr hingegangen bist, um sie lobend zu streicheln, käme viel zu zeitverzögert, inzwischen hat die Katze schon tausend andere Dinge getan: zweimal ein- und ausgeatmet, einen Vogel draussen gesehen, sich gekratzt, was auch immer: Sie wüsste nicht, was sie jetzt genau gut gemacht hat. Wenn du hingegen sofort das Signal anwendest, verknüpft sie mit der Zeit ihr Verhalten mit dem Signal, das Signal wiederum mit einer Belohnung. Im Grundsatz genau wie beim Clickern, das du ja kennst.

      Gut wäre, wenn du für beide Katzen so ein Signal etablierst. Das kann ein Wort sein oder ein Schnalzen oder ein Klopfen auf den Boden - irgendetwas, auf das sie gut reagiert (also vorzugsweise kein unangenehmes Geräusch wie Zischen oder so). Wenn es ein Wort ist, wähle bitte eins, das sonst in eurem Alltag nie vorkommt (zB. ein englisches oder italienisches Wort wie "easy" oder "grazie"), damit es nicht zu Irritationen für die Katze kommt: Dieses Wort ist allein für sie reserviert.

      Um das Signal für die Katze positiv zu etablieren, setze es anfangs ein paar Tage unabhängig von Konfrontationssituationen immer in positiven Situationen ein - etwa unmittelbar bevor du den Futternapf hinstellst oder Leckerli gibst oder wenn du die Katze streichelst oder was auch immer sie total toll findet. Je stärker das positive Gefühl, desto eher wird sie das Signal positiv verknüpfen.

      Signal richtig einsetzen

      Der nächste Schritt ist, dass du das Signal einsetzt, wenn sich eine Konfrontation zwischen den Katzen anbahnt, aber noch nicht eingetreten ist. Das braucht etwas erhöhte Aufmerksamkeit von dir, heisst aber nicht, dass du den Katzen jetzt ständig hinterhertigern sollst ;) Als Beispiel: Wenn du siehst, dass Lilly in des Katers Nähe ist und sie ihn anschaut, gib das Signal und dann zeitnah eine Belohnung (das kann ein Leckerli sein, ein Streichler oder ein lobendes Wort). Umgekehrt wenn du siehst, dass dein Kater Lilly bemerkt, aber noch nicht reagiert: Signal und Belohnung. Du durchschaust sicher, was das Ziel ist? :8 Die Katzen sollen den Anblick der anderen positiv mit Signal und Belohnung verknüpfen - und zwar eben OHNE dass sie irgendwas tun. Sie sollen ja lernen, dass die Belohnung dann eintritt, wenn sie einander einfach in Ruhe lassen. Oder in den Worten unserer Verhaltenstherapeutin: "Katze lernt, dass andere Katze = oh, lecker!" :yes

      Anfangs wirst du noch Mühe haben, immer den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, und die Katzen werden anfangs noch nicht genau verstehen, was jetzt gemeint ist. Aber je öfter du solche Situationen "abpasst" und das Nicht-Eintreten der Konfrontation belobigst, desto schneller werden sie lernen, dass es eigentlich sehr angenehm ist, einander einfach in Ruhe zu lassen.

      Wichtig: Wenn es doch wieder zur Konfrontation oder Fauchen kommt, einfach ignorieren (bzw. Situation so unbeteiligt wie möglich auflösen, falls sie sich kloppen). Kein Wort sagen, keine Reaktion von dir - und vor allem den Kater auch nie trösten. Damit würdest du ihn darin bestärken, dass die Situation gerade wirklich ganz ganz furchtbar und Angst darum die einzig richtige Reaktion war.

      Du kannst zudem den Lerneffekt steigern, indem du in Situationen, in denen alle friedlich beieinander sind, rundherum alle lobst und streichelst und einfach Begeisterung signalisierst :applaus

      Ich habe in meinem Blog ausführlich über unser Training berichtet, falls es dich interessiert, dort nachzulesen bzw. könnten vielleicht vor allem die Videos interessant sein (man erkennt stellenweise meine Hilflosigkeit ganz wunderbar :ko ):
      :pfeil-rechts Training mit Shakti
      :pfeil-rechts Moriah und Shakti

      Noch als Anmerkung: Moriah und Shakti gingen früher aufeinander los wie die Furien, es wurde geschrieen, geschlagen und geschnappt, Moriah machte unter sich vor Panik - es schien aussichtslos, dass die beiden je miteinander klarkommen. Nun liegen sie gerne mal neben mir auf dem Sofa und alles ist fein :-) Sie haben einfach gelernt, dass es für alle am schönsten ist, wenn sie friedlich sind.

      Wie gesagt halte ich es für ratsam, dass auch ihr euch professionell beraten lasst – es geht dann einfach vermutlich viel schneller, was ja für alle Beteiligten wünschenswert ist. Zudem kann ein Profi euch ggf. zusätzliche Tipps zum Einsatz von Bachblüten/Calmex und/oder zu weiteren Aspekten eures Zusammenlebens geben, die euer Projekt "Katzenfrieden" unterstützen :dadr:

      Sorry für den langen Text - aber vielleicht ist er ja ein wenig nützlich. Ich bin so unfassbar glücklich, dass wir unsere Probleme hier dank Konditionierung lösen konnten. Ich wünsche auch euch viel Erfolg! Iwon & Zwerglis

      edit: Mir ist noch ein evtl. nicht ganz unwichtiges Detail zu deiner Ermutigung eingefallen: So wie du das Verhalten von Lilly gegenüber dem Kater schilderst, les ich das jetzt nicht mal unbedingt als wärs tiefe Abneigung/Misstrauen (wie bei Moriah und Shakti bei uns), sondern vielleicht auch einfach eine Anhäufung von Missverständnissen im Spielverhalten. Katzen lauern einander ja durchaus im Spiel mal auf und jagen sich quer durch die Wohnung - das Kräfteverhältnis sollte dabei aber ausgeglichen sein und keiner drunter leiden. So gesehen könnte ich mir vorstellen, dass bei euch schon ein paar wenige Kniffe eines Verhaltenstherapie-Profis schnell deutliche Besserung bringen könnten. Vor allem möchte ich aber auch noch mal betonen, dass ich es klasse finde, dass du die Situation nicht einfach "akzeptierst", sondern dich aktiv in der Verantwortung siehst, das Zusammenleben für beide Katzen angenehmer zu gestalten :love:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „iwon“ ()

      Hallo Iwon,

      wow danke für die ausführliche Nachricht.

      Also Lilly ist mittlerweile drei Jahre alt und kam als Kitte zu uns. Joey hatten wir zu dem Zeitpunkt schon und er ist sechs Jahre alt. Das Verhalten von Lilly ihm gegenüber bestand nicht von Anfang an, aber je älter sie wurde desto intensiver wurden auch die Rangeleien zwischen den beiden. Ich habe auch schon tausend Mal darüber nachgedacht ob es ein einschneidendes Erlebnis gab, aber mir ist keines eingefallen, dass so einen Unmut provozieren könnte. Das einzige was mir auffiel war, als Lilly kastriert wurde lief sie Joey den ganzen Tag hinterher und fauchte ihn an. Vielleicht brachte sie die Schmerzen mit ihm in Verbindung?! Ich bin mir aber nicht sicher..

      Aber egal was war ich werde es jetzt mit dem Clicker versuchen! Habe heute morgen auch schon damit angefangen und die erste Rangelei strikt mit Missachtung bestraft, was Lilly etwas stutzig machte. Ich werde den Clicker jetzt in den Alltag integrieren und auch zu den passenden Stellen nutzen um das positive Verhalten zu fördern. Ich hoffe das klappt auch irgendwann :)

      Ich hoffe auch, dass sie ihn nicht zutiefst missachtet oder nicht billigt aber manchmal habe ich schon das Gefühl, dass sie sehr schnell eifersüchtig wird, insbesondere wenn ich mit beiden spiele. Also sobald ich mich im Spiel auch mal mit Joey beschäftige greift sie ihn an. Sobald er auf Toilette ist lauert sie ihm auf und dasselbe Spiel dann an Ruheplätzen für die Katzen. Manchmal springt sie ihn, aus meiner Sicht, auch einfach nur so an, wenn er gerade vor ihr läuft. Ich kann schlecht erkennen woran es liegt. Beim Spielen kann ihr mir wie gesagt vorstellen, dass es eine Art von Eifersucht sein könnte, dass ich mich mit ihm beschäftige, aber was das andere Verhalten angeht bin ich etwas ratlos. Und Joey reagiert immer sehr defensiv. Er faucht und miaut sehr laut, wenn sie ihn wieder angreift, aber wehrt sich nicht. Das könnte vielleicht auch daran liegt, dass ich eigentlich immer darauf reagiert habe mit Bestrafung Lilly gegenüber und er eigentlich nur abwartet...
      Es wäre wirklich interessant mal den Rat einer Verhaltenstherapeutin zu hören, nur bin ich momentan noch Student und da bietet sich das Clickertraining finanziell doch eher an :D

      Danke für deinen Mut!
      Liebe Grüße
      Hallo - ich freue mich, dass mein extrem langer Text dich offenbar eher motiviert als abschreckt - es ist halt wirklich ein recht komplexes Thema, wenn man sich neu damit auseinandersetzt (mit der Zeit wird es im Alltag völlig logisch und selbstverständlich - aber dafür ist halt etwas Grundtheorie nötig :-) )

      Entschuldige bitte, dass ich jetzt nur husch über Zitate antworte (es ist einfacher für meine Orientierung)
      Vielleicht brachte sie die Schmerzen mit ihm in Verbindung?! Ich bin mir aber nicht sicher..
      Das könnte natürlich sein - aber du hast völlig recht: Wenn eine mögliche Ursache so weit zurückliegt, dürfte sie in der Therapie keine Rolle mehr spielen. Höchstens wenn sich kürzlich was Einschneidendes verändert hätte, hätte man da vielleicht noch zeitnah Gegensteuer geben können.

      Aber egal was war ich werde es jetzt mit dem Clicker versuchen!
      Achtung bitte! Bitte verwende nicht den Clicker fürs Katzenfrieden-Training (ich nenne das jetzt einfach mal so)! Der ist für euer spielerisches Clickertraining vorbehalten. Wenn du nun für die Therapie auch den Clicker benutzt, kriegt Lilly das nicht klamüsert, was sie jetzt machen soll, wenn sie Joey gegenübersteht - Pfötchen geben, Männchen machen?

      Der Clicker ist für euer spielerisches Clickertraining reserviert. Du wirst ihn ja auch nicht ständig mit dir rumtragen, so dass du in Alltagssituationen gar nicht reagieren kannst, wenn Lilly und Joey sich unschön begegnen - bzw. kurz davor. Darum ist das sogenannte "Markersignal" so wichtig: Eins für Lilly, eins für Joey.

      Beispiel: Lilly guckt Joey an - du solltest JETZT sofort markieren, dass das ok ist - aber keinen Schritt weiter. Angenommen, du hast den Clicker dann sogar grad zur Hand - Lilly hört ihn und Joey auch. Lilly bezieht den Click dann vielleicht glücklicherweise auf ihren aktionsfreien Blick - aber wie interpretiert Joey den Click? Er hatte vielleicht gerade total Angst und wollte wegrennen - du konditionierst ihn damit also "falsch", da der Click ihm signalisieren würde: Ey, prima - Angst ist super! :yes :left-right Verstehst du, was ich meine?

      Wenn du mit deinen Katzen kommunizieren möchtest und nicht über die Gabe superschneller Tierkommunikation verfügst, brauchst du eine Sprache, die sie verstehen. Das sind die Markersignale. Wenn Lilly sich zu Joey korrekt verhält, bekommt sie zB. ein "bien!". Wenn Joey beim Anblick von Lilly gelassen bleibt, bekommt er zB. ein "great!". Und wenn Lilly beim Spielclickern ein neues Kunststück beherrschen lernt, bekommt sie einen Clicker-Klick. Das ist klare Ansage. Verständlich? :-)

      Ich kann schlecht erkennen woran es liegt.
      Ich natürlich auch nicht. Hier könnte eine wirklich gute TP (Tierpsychologe/Verhaltenstherapeutin) euch eben aufgrund deiner Schilderungen zu Charakteren deiner Katzen, Alltagsumständen, deine Beobachtungen, sogar Einrichtung und Gewohnheiten, die aufgrund ihres Nachfragens sehr sehr überraschend und auch erhellend sein können, ganz wertvolle Tipps geben. So meine Erfahrung.

      nur bin ich momentan noch Student und da bietet sich das Clickertraining finanziell doch eher an :D
      :( Ich dachte früher auch so: Zum Tierarzt wäre ich jederzeit sofort gerannt, wenn körperlich was vorliegt. Aber doch nicht bei "psychologischen" Problemen.... Warum eigentlich? Würde deine Katze bluten, wärst du sofort beim Tierarzt, richtig? Nun - deine Katzen bluten. Nur nicht körperlich. Eine einstündige telefonische Konsultation bei der TP meines Vertrauens kostet zB. 60 Euro - weniger als nur schon der TA-Termin zum Impfen (ich lebe in der Schweiz - da kostet sogar atmen etwas). In eurem Fall rechne ich mit einer ca. einstündigen Erstkonsultation und sofern du dich wirklich an die Tipps hältst, mit ein bis zwei Nachgesprächen in der Länge einer halben Stunde. Kostenpunkt: rund 100/120 Euro - vielleicht mit Bachblüten kommt ihr auf 150 Euro für einen Versuch, der euer aller Zusammenleben radikal verbessern kann.

      Ich will dir nichts aufschwatzen :3some: Aber ich möchte dich bitten, durchzurechnen, was dir ein harmonisches Zusammenleben "wert" ist.

      Vielleicht hier nochmal ein Link zu meinen Gedanken dazu: "Tierpsychologie? Ja, is klar..."

      Aber deine Entscheidung ist deine Entscheidung :3some: Denk bitte nur drüber nach - das ist alles. Ihr schafft das - ich drück euch die Daumen! :dadr:

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      Also ich habe gestern damit angefangen und mir ist garnicht in den Sinn gekommen, dass der Clicker so verwirrend für sie sein könnte.
      Ich habe nämlich den Clicker als ich gestern zu Hause war tatsächlich die ganze Zeit am Handgelenk baumeln lassen :)

      Aber gut das du es sagst! Dann wird der Clicker jetzt nur noch für unsere Trainingseinheiten genutzt und ich muss mir noch zwei markante Wörter für die beiden überlegen.
      Das mit den Kosten bezüglich einer Therapeutin entstand dann wohl doch eher aus meinen Vorurteilen. Man denkt halt, dass es doch eher ziemlich teuer ist aber ich werde mich mal im Internet schlau machen, was es in unserer Gegend für Angebote gibt.
      Aber aktuell kann ich ja trotzdem schonmal mit den beiden zu üben.

      Ich war auch sehr stolz, als ich heute zur Tür reinkam. Beide lagen nebeneinander auf der Couch und auch zueinander gewandt. Ich glaube das war wohl eher zufällig, als das es auf mein begeistertes Loben von gestern zurück zu führen ist, als sie ihn nicht wieder "attakierte". Aber zumindest zeigt es einem, dass sie sich nicht sooo unwahrscheinlich doof finden wie ich es immer denke. :-)
      Hallo :love:

      Ich war ein paar Tage im Ausland - daher erst jetzt wieder ein Pieps. Ich möchte vor allem einfach nochmal sagen, wie toll ich deine Offenheit finde - was manch andere in solchen Gesprächen gern als "belehrend" ungeprüft einfach direkt wegschmeissen (aus welchen seltsamen Gründen auch immer), nimmst du dir offensichtlich zu Herzen und guckst, ob davon was für euch passt - so macht es echt auch Freude, seine Erfahrungen weiterzugeben (was ja auch "Arbeit" ist). Dafür möchte ich dir erstmal herzlich danken :love: Es ist nämlich hochgradig frustrierend festzustellen, wie viele Leute zwar Fragen stellen - aber gar keine Antworten hören wollen :left-right

      Wenn ich in diesem Sinne nochmal kurz darf: Egal, ob ihr eine TP telefonisch, live vor Ort oder gar nicht konsultiert - es hilft, wenn du Videos von solchen Konfrontationen machst. Für telefonische Beratung ist das sowieso Nonplusultra. Aber auch wenn eine TP vor Ort ist, werden die Katzen nicht genau dann sich so kritisch verhalten (normalerweise), um das Problem anschaulich zu machen. Und auch für dich selber kann es hilfreich sein, eine Situation zu filmen (oder wenn du einen Partner/eine Partnerin hast filmen zu lassen), um dann nochmal in Ruhe die Gesamtsituation, das Verhalten der Katzen und dein eigenes in Ruhe anzuschauen. Man sieht sozusagen "ausserhalb des Gefechts" so viel mehr oft als in der Situation selber. Und einer TP hilft das natürlich unwahrscheinlich, wenn sie (seltener: er) das Gesamtverhalten tatsächlich neutral "beobachten" kann.

      Und natürlich kannst du derweil schonmal mit Konditionierung anfangen :yes

      isi2106 schrieb:

      Beide lagen nebeneinander auf der Couch und auch zueinander gewandt.
      Aber das ist ja schonmal ganz toll als Ausgangslage :love: Also ich denke wirklich, dass ihr da zwar eine unschöne Situation grad habt (mit der viele Katzenhalter leider zufrieden sind :(( ), aber dass da echt mit wenigen Kniffen ganz viel zu erreichen ist, dass beide Katzen sich jederzeit in ihrem Zuhause sicher und geborgen fühlen - und ich finds wie gesagt wirklich klasse, dass du das angehst, und nicht sagst: Pf, ist halt so... :( Stell dir mal vor: Du lebst in einem Haushalt, aus dem du nicht wegkannst, und musst täglich bzw. jederzeit damit rechnen, dass dich einer anblafft, dir auf dem Klo auflauert oder dich gar körperlich angeht - und du kannst aus der Situation einfach nicht raus. Wie hochgradig frustierend, nicht? Warum muten so viele Katzenhalter ihren Tieren das zu, wo sie selber so doch nicht würden leben wollen?

      In diesem Sinne: Grossartig, wie ernst du deine Tiere nimmst :yes :love: und auch so offen bist für neue Gedanken. Ich hoffe, du berichtest irgendwo (hier) dann über eure Erfahrungen und Schritte - weils mich erstens natürlich sehr interessiert, wies bei euch weitergeht und ich auch hoffe, dass andere sich dann evtl. ermutigt fühlen, vermeintlich "typisch kätzische" Disharmonien evtl. mit anderen Augen zu sehen :love:

      Ich wünsche euch ganz viel Erfolg bei eurem Projekt, dass beide Katzen happier werden - und somit auch du! :love: Da drück ich die Daumen und wünsche euch alles Liebe :dadr: