Pflegis by Taskali

      So, nun bin ich hier auch gelandet. :D Hatte mich schon gewundert, dass Du hier über sie noch nicht geschrieben hattest, doch hattest Du nur woanders als ich gedacht habe. ;) Sie sieht echt süß aus. :inlove
      :dadr: :dadr: :dadr: :dadr: bei Deiner Arbeit mit ihr, es hört sich schon gut an die ersten Schritte. :yes
      Viele Grüße von Chrissie mit ihren Fellnasen: Nelly, Findus, Knubbel & Piri :love: und vier im Herzen: Timmy, Beppo, Balou und Lissy (vermisst) :love: und Stolze Patentante von Fellnasengangs Ernie und Mira vom Gnadenhof Katzentraum :love:
      Fotothread: Das Tiger-Kuhkatzen-Team: Knubbel, Piri, Findus und Nelly
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      Nachdem ich gestern so ungeplant Abends gar keine Zeit mehr hatte mich um Mourina zu kümmern, war ich gespannt, was mich erwarten würde. Eigentlich wollte ich dann Nachts nach dem zurückkommen nur schnell Versorgung machen und mich nicht weiter bei Mourina aufhalten, doch als ich ins Zimmer kam war sie gerade auf Erkundung und kam freudig gurrend auf mich zu, sprang vom Schrank runter, ich setzt mich auf den Boden und sie kam gurrend zu mir und: gab mir Köpfchen und ich durfte sie streicheln.

      Sie umschwänzelte mich immer wieder gurrend, war gut gelaunt und aufgeschlossen. Und so zauberte sie mir ein kleines Lächeln in mein schweres Herz. Diese Katze ist sehr feinfühlig. Sie reagiert auf kleinste Regungen und Bewegungen. Es hieß, daß sie gern hochklettere, aber dann Probleme habe den Weg runter zu finden. Als sie oben auf dem Schrank stand und zu mir runter wollte wußte sie auch nicht so ganz wie. Direkt springen war ihr dann doch zu hoch. Ich bin nach hinten in den Raum zum Kratzbaum am Fenster, der da ja extra als Sprungbrett steht und hab auf den Kratzbaum geklopft und sie gerufen - sie hat sofort kapiert was ich ihr damit sage wollte, kam freudig angelaufen und hüpfte runter auf den Kratzbaum und zu mir. Genauso auch, wo sie am Fenster saß und ich es aufmachen wollte - dafür muß sie ja zur Seite gehen - also klopfen auf den Kratzbaum und rufen, sie schaut was ich meine und machts. Sie hört aufs Wort wenn man ihr es in ihrer Sprache sagt.

      Höflichkeiten sind sehr sehr wichtig bei ihr. Sie muß sich zwischendurch immer wieder vergewissern, daß ich auch weiterhin sie nicht bedränge. Berühre ich sie mal ohne, daß sie mich eingeladen hat oder ich sie gefragt habe vorher gibt es schonmal ein kurzes fauchen oder wieder wegdrehen und nicht beachten. Dieses Nicht beachten, was ja bereits schon als Taubheit interpretiert worden war, war der verzweifelte Versuch dem aus ihrer Sicht "dummen" Menschen beizubringen, wie man höflich zu sein hat. Nachdem heut früh dann sogar ein beginnendes Spielen dabei war, hat sie mich dann vorhin wieder getestet. Ich kam rein, sie lag wieder im kleinen Schrank und hat mich nicht beachtet, nicht begrüßt. Also hab ich sie auch nicht beachtet, mich auf den Wasserkessel gesetzt und vorgelesen. Und siehe da - kaum klappe ich das Buch zu kommt sie gurrend aus dem Schrank, ich gehe runter auf den Boden und sie folgt mir gurrend und umschwänzelt mich. Ich hab ihren Test erfolgreich bestanden und wurde somit mit Aufmerksamkeit belohnt.

      Also das Thema Menschen ist eigentlich keins - man muß nur ihre Sprache lesen können, dann bekommt man ne ganz tolle Mietz. Kleine Diven sind halt höfliche Wesen, denen Etikette sehr wichtig ist...

      Problematisch wird das Thema andere Katzen. Ich hatte vorhin stundenweise die Gittertür drin und sie reagiert auf andere Katzen mit massiven Fauch und Singarien, ist sehr aufgeregt und nervös. Wenn die Tür zu ist und ich bei ihr drin bin reicht schon, daß sie draußen andere Katzen mautzen hört und sie peitscht sofort mit dem Schwanz und wirkt sehr angespannt. Meine Katzen wissen zum Glück, daß die Mietzen hinter der Gittertür ihnen nichts können und reagieren sehr relaxed da drauf und sitzen nur da und bestaunen das Theater. Ich hoffe dadurch wird sie nach und nach merken, daß es keinen Grund zur Aufregung gibt.

      Jetzt gibts noch die Fotos dazu:

      Sie genießt das Fenster sehr - rausschauen findet sie toll



      Sie begrüßt mich



      und ich darf Streicheln



      Das Stinkekissen fand sie interessant, die Bälle und Mäuse wurden auch mal kurz probeweise angetatzelt.



      Und sie zeigt bereits erstes Interesse an der Spielangel



      An der Gittetür brummelnderweise mit meiner Tara daneben die keinen Mucks von sich gegeben hat



      Und zum Schluß noch ein Bild fürs Herz

      Das ist so eine süße Langhaarmix. :inlove Das letzte Bild. :love: :inlove :inlove :inlove
      Na gut, dass Du den Test bestanden hast. ;) :D Und Du auch streicheln darfst. :yes
      Andere Katzen scheinen ein schwieriges Thema für sie zu sein. Hat sie mal schlechte Erfahrungen gemacht mit anderen Katzen?
      Dann kannst Du da auch erst einmal keine Katze dazu setzen oder?
      Viele Grüße von Chrissie mit ihren Fellnasen: Nelly, Findus, Knubbel & Piri :love: und vier im Herzen: Timmy, Beppo, Balou und Lissy (vermisst) :love: und Stolze Patentante von Fellnasengangs Ernie und Mira vom Gnadenhof Katzentraum :love:
      Fotothread: Das Tiger-Kuhkatzen-Team: Knubbel, Piri, Findus und Nelly
      Sie hatte wohl schon auf der ersten Pflegestelle Probleme mit den anderen Katzen - wahrscheinlich war sie vorher als Einzelkatze gehalten worden.
      Ein Vergesellschaftungsversuch ist auf jeden Fall angedacht - und zwar in 2 Wochen mit Streuner Marley, der ja noch woanders zwischengeparkt ist bis die 2. Impfung durch ist. Marley ist an sich sozial und mag andere Katzen, ist aber als echter Streuner natürlich nicht zimperlich, wenn ihm eine andere Katze blöd kommt. Deshalb ist er denk die richtige Wahl für einen Versuch.
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      Ich hab heut jetzt noch frei und hab heute früh mich richtig lang mit Mourina beschäftigt. In den Tagen wo ich jetzt wenig Zeit hatte hab ich es so gehandhabt, daß wenn sie anfängt Desinteressiert zu sein ich dann gehe. So soll sie lernen, das wenn sie Zuwendung und Aufmerksamkeit möchte sie dies einfordern muß. Das Problem war/ist ja, daß sie dies will und braucht und auch einfordert, dann aber nach kurzer Zeit sich wegdreht und desinteressiert ist. Und die Maus lernt schnell: sobald ich jetzt dann aufstehen und ihr ankündige zu gehen, kommt sie wieder gurrend an und wir können weiter machen. Sprich: ich drehe den Spieß ihres Spieles jetzt um und übernehme die Spielregeln und damit die Kontrolle.
      Somit haben wir dann heut früh mal richtig lange gespielt. Die Spielangel mit dem grünen Federzeuchs mag sie sehr, aber ich wollte bewußt dann den Wedel haben, denn das ist ja immer mein "verlängerter Arm" mit dem ich die Tiere "steuern" kann. Ich wollte sie aus der Reserve locken - und das hat funktioniert. Sie hat erst gut mit mir gespielt, man hat gemerkt, wie sie anfing sich fallen zu lassen und aufzudrehen - und da war er dann: der Blick der einen Angriff ankündigen wollte. Sie sah schlagartig vom Wedel hoch auf meine Hand und fixierte sie mit diesem Wut-Blick. Ich hab laut NEIN gesagt und ihr statt dessen den Wedel wieder hingeschoben - das das ganze ging ein paar mal so, dann haute sie nach dem Wedel und sprang weg, setzte sich woanders hin und tat wieder unbeteiligt. Das Ganze ist wie aus dem Lehrbuch: Übersprungshandlung aufgrund von eigenem inneren Kampf. Und das wegspringen war dann schießlich ihr Weg um aus der Situation zu kommen. Ein Stück weit ist denk ich auch Dominanzverhalten dabei - Grenzen testen. Ich hab den Zwiekampf gewonnen und sie ist ausgewichen. Aber das allein reicht nicht. Ich hab dann die grüne Angel wieder genommen und sie hat sie ignoriert. Ihr erlerntes Verhalten ist, daß sie nicht spielen darf. Ich fürchte/schätze, daß sie früher oft Ärger gekriegt hat, wenn sie zu lebhaft war. Somit ist sie dann jetzt auch der Meinung gewesen, sie darf nicht spielen. Aber sie soll ja gerade lernen, daß sie spielen darf, aber nicht angreifen. Hätte ich die Situation so stehen gelassen und wäre gegangen, hätte sie sich bestätigt gefühlt, daß mein Handeln heißt: sie darf nicht spielen. Also hab ich ich mein Buch geholt und vorgelesen um die Situation zu entspannen erstmal wieder. Ich habe den Zwiekampf gewonnen, aber bin ihr weder böse noch gehe ich jetzt, sondern ich zeige ihr: ich bin weiterhin da, halte mich an die Etikette, tue dir nichts, bin aber weiter interessiert und da. Und siehe da, sie kommt wieder an, wartet, daß ich das Buch zuklappe und umgurrt mich wieder. Also kurz loben und streicheln und dann erneut: grüne Angel - sie spielt, Wechsel auf Federwedel - sie spielt. Sie dabei gelobt und dann hab ich es beendet und bin gegangen. Der Abschluß solcher Situationen ist immer entscheidend, weil es das ist, was sie als Lehre daraus mitnehmen. Ihre Lehre war jetzt: sie darf spielen - aber nicht angreifen.

      Einige Zeit später saß sie an der Gittertür und miezte um Aufmerksamkeit. Als ich nicht reagiert hab ging sie zum Streusack und begann an dem zu rupfen. Da war ich schon vorgewarnt worden, daß die das gerne macht. Der Ablauf war auch wieder Bilderbuchmäßig Diva pur: ich will jetzt Aufmerksamkeit! .... du gibst mir keine?? Gut - dann mach ich was kaputt, dann kriege ich meine Aufmerksamkeit eben so...
      Nööö - aber nicht mit mir :p. Ich hab nen Cube geholt, bin rein, hab den Streusack rausgeholt und den Cube dafür hingestellt, hab ne Rasselmaus in den Cube geschmissen und bin gegangen. Ohne weitere Ansprache, ohne Streicheln. Und sie hat es dankbar angenommen und ne Zeitlang mit dem Cube rumgetobt und sich danach wieder schlafen gelegt. Eben höre ich ne Rasselmaus und gehe gucken - und siehe da: Madame hat sich ganz allein und ohne Theater mit der Maus im Cube beschäftigt...
      Geht doch.. . :yes
      Ich schau in der Mittagspause immer mal, was es an Neuem bei MM gibt und da habe ich doch etwas gefunden, das mich sehr interessiert, also bin ich ab jetzt hier gerne dabei, wenn ich darf ;) .

      Taskali schrieb:

      Da war dann wieder der Zwiespalt: es macht mir Spaß, aber ich darf nicht.... und damit der Frust, der sich dann im Angriff entlud.
      Ich lese deine Schilderungen immer wie einen Roman und stelle mir dabei jeden Schritt vor. Das, was du hier schreibst, könnte man fast in die Kategorie logisches Denken einordnen, das Tieren aber eigentlich nicht zugestanden wird. Ich bin überrascht, wie einfach Kommunikation normalerweise funktioniert, wenn Mensch versteht, richtig zu kommunizieren.

      Taskali schrieb:

      ie sah schlagartig vom Wedel hoch auf meine Hand und fixierte sie mit diesem Wut-Blick. Ich hab laut NEIN gesagt und ihr statt dessen den Wedel wieder hingeschoben
      Und dieses NEIN hat sie verstanden? Ich finde die Idee großartig, sie nicht nur einfach abzulenken, sondern ihre Wut wieder auf ein normales Verhalten zu bringen.

      Ich schließe mich den anderen an: Bei dir ist die Maus in den allerbesten Händen :yes .
      Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt:
      Durchs Leben zu gehen ohne Lärm zu machen

      Viele Grüße von Tapsy cat_scratch, Pauli cat_wag und Sir Winston :littlecat:
      Erstmal gehe ich davon aus bzw. bin fest davon überzeugt, daß Katzen sehr wohl logisch denken können - und zwar weit über die normale Instinktlogik hinaus - und dann sind das, wa ich da beschreibe aber ganz simple Verhaltensmuster - eben nur fehlgeprägt.
      Viele kennen ja z.B. solche Geschichten, wo zwischen 2 gutem Katzenkumpels der Haussegen schief hängt, weil es einen unschönen Vorfall gab, bei dem eine Katze sich verletzt hat oder wirklich böse erschrocken hat und die andere Katze nur zufällig in der Nähe war und seither gibt es Streit, weil die Mietz die Schmerzen bzw. die Angst jetzt mit der anderen Mietz verknüpft hat - also eine Fehlprägung stattgefunden hat. Oder auch die Beispiele, wo Katze nach einer schmerzhaften Darm oder Blasenerkrankung nicht mehr das Kaklo benutzen will - ebenfalls Fehlprägung, da die Schmerzen fehlerhafterweise mit dem Kaklo verbunden worden sind. Dann muß man versuchen hinterher diese fehlerhafte Prägung wieder umzumünzen. Nichts anderes ist Scheumietzen zähmen (Prägung von Mensch ist böse ummünnzen auf Mensch ist gut) oder das resozialisieren einer aggressiven Katze - man muß herausfinden wo und warum die Fehlprägung vorliegt und das auf das gewünschte Verhalten umprägen. Das ist nichts anderes als eine Umkonditionierung - im grunde ein erweitertes clickern - nur, daß man keine Kunststücke beibringt, sondern eben Verhaltensmuster neu konditioniert durch Belohnung des gewünschten Verhalten.

      Das Nein hat sie sofort verstanden. Erstmal ist diese Katze ja kein Wildchen, sondern von Kitten an in Menschenhand - sprich: sie kennt das Nein wahrscheinlich Bestens - und dann ist es ja auch eine Sache der Tonlage. Ich hätte genauso auch Stop, oder Nö, oder Bäh oder was weiß ich sagen können - der Ton macht die Musik. Katzen haben sehr feine Antennen für Stimmungen und wissen in der Regel sehr gut, was man von ihnen will bzw. sind bemüht es zu verstehen. Dabei kommt es weniger auf den Wortlaut selbst an, vielmehr eben auf das, was man austrahlt. Wäre mein Nein zögerlich, ängstlich, unsicher, zaghaft gewesen, hätte sie es eventuell/wahrscheinlich nicht "verstanden". ;) Aber ich benutze da auch die Katzensprache: ich weiche nicht weg, halte Augenkontakt, bin bestimmt und klar - und unterstütze somit mein Menschenverhalten durch Katzensprache, wie es eben auch unter 2 Mietzen draußen ablaufen würde, die sich ein Rangfolgeduell liefern. Die Konditierung auf die Wörter an sich durch immer wieder verwenden derselben Wörter ist dann nur zusätzlich eine Übersetzung zwischen Katzen und Menschensprache, die einem später hilft und es für einen späteren Besitzer dann leichter macht, weil dann das Nein bzw. das konditierte Wort allein genügt, ohne Verstärkung durch Gestik und Mimik.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Taskali“ ()

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