Vor genau einem Jahr und vier Tagen machte ich mich auf den Weg nach Celle. Ziel war das Tierheim. Ich hatte wochenlang überlegt... und wollte eigentlich nur mal schauen.
Ich wusste ganz fest, ich möchte keinen „Tiger“ und keine "Kuhkatze". Tiger fand ich langwei-lig und eine Kuhkatze hätte mich zu sehr an meine 1. Katze erinnert.
Doch dann öffnete die Tierpflegerin die Tür zum Gehege. Du warst der erste an der Tür. Ich stand vor Dir und Du hast mich mit großen Augen angeschaut, klein, mager und schmächtig. Als ich mich zu Dir hinabbeugte um Dich zu streicheln empfingst Du mich mit einem Gurren und Schnurren. Ein ganz spezieller Ton, den Du auch heute noch nur bei mir anschlägst.
Damals wusste ich noch nicht, dass es bereits um mich geschehen war. Mir kam nur ein Gedanke: „ Du kannst doch nicht gleich den ersten nehmen, außerdem wolltest Du keinen Tiger!“ Also habe ich mich weiter im Gehege umgeschaut. Doch Du hast nicht locker gelassen und bist die ganze Zeit hinterhergetapst. Eine Stunde habe ich dort verbracht und kam doch immer wieder zu Dir zurück.
Ein Gedankenkino ging mir durch den Kopf... Ich wollte doch nur schauen, ich hatte noch nichts zu Hause.... Doch ich wusste, Du solltst es sein, ich ließ Dich reservieren. Bevor ich schweren Herzens ging, weil ich Dich am liebsten gleich mitgenommen hätte, trat ich noch mal an das Gitter zum Gehege und rief ohne viel Hoffnung Deinen Namen. Doch Du kamst sofort angesprungen, wieder dieser Ton. Dies machte es mir noch schwerer Dich zurückzulassen. Vor allen Dingen, weil die Pflegerin mir erzählt hatte, dass Du in der Gruppe keinen Anschluss gefunden hast, was nicht an Dir lag. Ein kleines Findelkind. Nichts war über Dich bekannt. Nur, dass Du ungefähr ein Jahr alt bist.
Innerhalb von 4 Tagen versuchte ich Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen und alles zu organisieren. Der Kratzbaum wurde einen Tag vorher geliefert. Bis spät in die Nacht habe ich ihn zusammengeschraubt und aufgebaut. Voller Vorfreude, den ich wollte, dass alles fertig ist .
Genau heute vor einem Jahr fuhr ich wieder nach Celle. Diesmal mit einem Transportkorb im Auto. Der erste Gang war natürlich zum Gehege und wieder warst Du der erste der bei mir war und sich an mich schmiegte. Der Rest ging eigentlich zu schnell.
Als wir nach Hause kamen und ich die Tür der Korbes öffnete kamst Du sofort hinaus. Ein halbe Stunde hast Du alles erkundet. Doch dann kamst Du zu mir legtest Dich neben mich und spätestens da wusste ich, es war die richtige Entscheidung.
Ich komme nach Hause, Du stehst an der Tür und ich denke:
Ich hab Dich lieb!
Du liegst neben mir und kuschelst Dich ganz fest an mich und ich denke:
Ich hab Dich lieb!
Du schläfst auf meinem Schoß und träumst von wilden Abenteuern. Knurrend und zuckend... doch sofort auf eine Berührung von mir bist Du ganz ruhig und ich denke:
Ich hab Dich lieb!
Wenn ich aufstehe und durch die Wohnung gehe springst du auf alle Kommoden und Tische auf meinem Weg und streckst mir Dein Köpfchen entgegen, damit ich Dich streichel und ich denke:
Ich hab Dich lieb!
Du tobst mit deinem großen, kleinen Wahlbruder durch die Gegend und machst Kapriolen, dass ich mir vor Lachen den Bauch halten muss und ich denke:
Ich hab Dich lieb!
Du hast diesen einen Ton nur für mich! Und ich denke:
Ich hab Dich lieb!
Du flüchtest zu mir, wenn Du Angst hast und ich denke:
Ich hab Dich lieb!
Du zeigst Deinem fast blinden Bruder die Dinge und läufts voraus und ich denke:
Ich hab Dich lieb!
Nun bist Du zwei Jahre alt!!! und die Hälfte Deines Lebens hast Du bei mir verbracht.
Mein süßer kleiner Muckel, Du bereicherst mein Leben und ich würde alles für Dich und Deinen „Bruder“ tun. Ihr macht mich glücklich in so vielen kleinen Momenten. Ich wünsche Dir alles Gute zu Deinem Wahl-Geburtstag!!! Und hoffe auf diesem Jahr werden noch ganz viele folgen.
Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens Dich zu mir zu nehmen, den ich WEISS:
Ich hab Dich unendlich lieb mein kleiner Tiger!