Hallöchen,
Ich hab in der Hinsicht einige Erfahrungen mit meinem Raphi sammeln können. Er bekam auch Felimazol wegen SDÜ. Davon, dass Felimazol Schilddrüsentumore auslösen soll habe ich auch noch nicht gehört. Raphi bekam vom Felimazol nach etwas über einem Jahr leider eine Eosinophilie (Blutkörperchenveränderung) und durfte das Medikament daher nicht mehr nehmen. Sonstige Nebenwirkungen hatte er in der Zeit keine. Er hatte zwar auch eine sehr leichte CNI die aber mit homöpathischen Mitteln gut in den Griff zu bekommen war. Wir hatten dann in Belgien die Radiojodtherapie machen lassen da sie dort die geringsten Quarantänezeit hatten (Mo abgegeben, Fr wieder abgeholt) im Vergleich zu Frankreich und Deutschland. Wir haben keine Kinder im Haus und sind ganztags arbeiten somit hatte ich vor der Strahlenbelastung wirklich keine Angst. Für das erste WE hatte ich mir von meinem TA eine Bleischürze ausgeliehen damit wir auch wieder kuscheln konnten aber danach habe ich das weggelassen. Menschen die die Behandlung machen müssen kommen auch eher wieder aus dem KH und die Strahlenbelastung ist in etwa die gleiche. Wir haben aber die ersten 3 Wochen nach der Behandlung den Katzenkloinhalt für 3 Monate im Keller zwischengelagert bevor wir ihn in den normalen Müll entsorgten.
Für Raphi war der Aufenthalt in der Klink natürlich das Schlimmste denn er war eigentlich nie lange von uns getrennt gewesen. Er frass daher dort sehr schlecht und sagte keinen Ton trotz der wirklich liebevollen Betreuung die er dort bekam. Die "Zellen" sind zwar nicht sonderlich gross aber haben mit einer Transportbox oder den "Entnüchterungsboxen" beim TA nix gemeinsam. Die Mietz hat also schon etwas Platz um sich zu bewegen denn sie hat ja auch "Bett", Klo, Futter und Wasser dort. Es ist eigentlich wie ein voll gefliester kleiner Raum. Allerdings ohne Fenster wegen der Radioaktivität. Da diese Behandlung ja meist an Uni-Kliniken durchgeführt wird, hat man auch "seinen" Studenten, den man (fast) jederzeit anrufen kann um zu fragen wie es dem Patienten geht.

Eigentlich ist gegen die Behandlung wirklich nichts zu sagen denn sie ist nicht schmerzhaft für's Tier, erfolgreich und bekannt und nicht anders wie's beim Menschen auch gemacht wird und von daher recht risikolos. Eine OP der Schilddrüse selbst wäre viel gefährlicher denn die Schilddrüse der Katze ist völlig anders gelagert als die des Menschen und es besteht viel mehr Gefahr die Katze bei der OP schwer bis tödlich zu verletzen. Wenn also Felimazol aus irgendwelchen Gründen nicht mehr geht, finde ich die Radiojodtherapie noch die beste Alternative.
Was die regelmässigen Blutkontrollen angeht, so ist's wie Captainkatze schon sagt: bei älteren Katzen wird ein vollständigeres Blutbild gemacht als bei jungen und natürlich auch im Hinblick auf die bestehende Medikamentengabe und deren eventuellen Nebenwirkungen (wie z.B. bei Felimazol die Kontrolle der Eosinophilen...).
Raphi hatte nach der Radiojodbehandlung keine Probleme mit der Schilddrüse mehr. Die Behandlung war also ein voller Erfolg. Leider mussten wir ihn dann doch 5 Monate nach der Behandlung einschläfern lassen aber aufgrund zweier Hirnschläge die er kurz hintereinander hatte die aber nix mit der SDÜ zu tun hatten. Organisch war bei ihm im Verhältnis zum Alter (17) alles in Ordnung und er hätte ohne die Hirnschlâge noch ein paar schöne Jahre vor sich haben können...
Viele liebe Grüsse,
Christel